«Als mich am Morgen vor dem Spiel gegen Lugano Trainer Giorgio Contini in sein Büro rief und mir die Frage stellte, ob ich heute für einen Einsatz bereit sei, antwortete ich mit einem klaren ‹Ja›.» Meine Freude war riesig und die Hoffnung bestand darin, eingewechselt zu werden. Doch dann wurde klar, dass ich das Spiel beginnen werde. Die Nervosität bis zum Anpfiff war gross, doch nach den ersten zehn Minuten war sie verflogen.» Mambwa machte seine Sache gut, leistete mit seinem linken Fuss und einer präzisen Flanke die Vorarbeit für Christian Fassnacht zum zwischenzeitlichen 2:1. Am Schluss gewann YB 3:1.
Ständig verbessern
Dass die Flanke derart präzise auf dem Kopf Fassnachts landete, ist kein Zufall. Gelernt hat dies der Newcomer bereits in früher Jugend, als er noch am linken Flügel stürmte und sich weniger um Abwehraufgaben kümmern musste. «Nein, den rechten Fuss kann ich auch gebrauchen. Er ist zwar noch verbesserungsfähig, doch nicht so schlecht», beantwortet der Youngster eine entsprechende Frage. Seither ist Mambwa noch einige Male in der 1. Mannschaft eingesetzt worden, zählt regelmässig zum Kader, sein Vertrag läuft vorerst bis 2028. Was dann? «Vorderhand geht es darum, mich ständig zu verbessern, in jedem Training hart zu arbeiten und von den Ratschlägen der erfahrenen Mitspieler zu profitieren, weiter denke ich noch nicht. Doch wie alle meine Mitspieler träume auch ich davon, eines Tages den Sprung in eine grosse Liga in Europa zu machen.» Wie sang doch das Schlagersternchen Peggy March vor 60 Jahren: «Mit 17 hat man noch Träume, da wachsen noch alle Bäume in den Himmel…». Mittlerweile ist Olivier Mambwa 17, träumen ist erlaubt.
Die WM in Katar
Im November letzten Jahres bestritt Olivier Mambwa in Katar mit der U17-Nationalmannschaft die WM, bei der die Schweiz erst im Viertelfinal gegen den nachmaligen Weltmeister Portugal ausschied. «Es war ein grossartiges Erlebnis, etwas vom Schönsten in meiner Laufbahn», so der Mann, der seine ersten Erfahrungen im SC Bümpliz 78 sammelte. Von der englischen Gazette «The Guardian» wurde der junge Linksverteidiger kürzlich unter die 60 hoffnungsvollsten Talente in Europa eingereiht. «Das ist für mich eine grosse Ehre und freut mich, doch den Bodenkontakt verliere ich deshalb nicht.»
Schule und Fussball
Olivier Mambwa, dessen Vater aus der Demokratischen Republik Kongo stammt, wohnt mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern in Bümpliz. Er besucht im Feusi Bildungszentrum das KV. «Es ist zwar anstrengend, ich muss wegen meiner Abwesenheiten vieles nachholen, doch ich werde von den Lehrern sehr gut unterstützt und fühle mich wohl.» Wohl fühlt er sich ganz offensichtlich auch auf dem Fussballfeld. Die YB-Fans dürfen sich auf weitere Grosstaten freuen.