Eine Villa Kunterbunt für Erwachsene

Thomas Bornhauser
Der RDM20 von Varia Instruments.

Foto: BO

Einfach erklärt
Im Alten Loeblager an der Ziegelackerstrasse in Bethlehem arbeiten 70 Leute. Am Tag der offenen Tür konnte man sie besuchen. Das ganze Gelände soll überbaut werden, um die Wohnungsnot zu lindern.
Ende November hat die Bümpliz Wochen beim «Tag der offenen Türen» im vierstöckigen Alten Loeblager, einem Kulturzentrum, einigen der dort arbeitenden Kulturschaffenden über die Schultern geschaut.

Das Alte Loeblager – gebaut in den Jahren 1950/51 – ist ein spezieller Ort für künstlerisches, kunsthandwerkliches sowie kulturelles Experimentieren. Rund 70 Kultur- und Kunstschaffenden sowie Kleingewerblerinnen in 50 Ateliers erlaubt die industrielle Architektur und die städtebauliche Lage ein konzentriertes Arbeiten. Und dies dank der Burgergemeinde Bern, der Besitzerin des Areals, zu bezahlbaren Bedingungen.

 Künstlerischer Raum

Das Alte Loeblager soll in den Augen der Kulturschaffenden als ein Zentrum zum künstlerischen Experimentieren in einem ebenso experimentellen Quartier weiterbestehen, ähnlich dem PROGR oder der Feuerwehrkaserne Viktoria. Über mögliche Nutzungen wird wohl noch viel Wasser die Aare hinunterfliessen. Doch die politische Auseinandersetzung rund um die Überbauungsordnung ist nicht Thema des Artikels, es soll einzig um dort tätige Kunstschaffende oder Kleingewerbler gehen, zufällig ausgewählt.

 Kunstschaffende

Eines der grösseren Ateliers wird von Malerin Daniela Camponovo beansprucht. Die Bernerin, früher in Hinterkappelen wohnhaft, lässt sich von der Kunstkritik nicht festlegen – sie wirkt zwischen figurativ und abstrakt. Das fotografierte Gemälde zeigt denn auch eine Landschaft, die nicht 1:1 der Realität entspricht. Übrigens: Am Tag der offenen Tür im Alten Loeblager waren ihre neuesten Bilder nicht zu sehen, weil diese Werke erst an einer Ausstellung ab dem 13. März  in der Galerie Atelier Worb veröffentlicht werden. In der Schuhwerkstatt Atelier 3 stellen Verena Aebi Meister, Laurence Bonsma und Eva Mosimann Hausschuhe her. Aebi Meister: «Wir nennen sie ‹Schib-Schib›, aber sie sind mit marokkanischen Schuhen zu vergleichen.» Zusätzlich zu Ledersohlen gibt es die Schib-Schib in Bern mit Gummisohlen, damit man sie allenfalls auch draussen tragen kann.

Kreativ auf verschiedene Arten

Der vierte Stock steht ganz und gar unter dem Motto «Technik und Audio». Vielleicht erinnern Sie sich: Vor zwei Monaten habe wir in der BümplizWochen einen Beitrag über BAND publiziert. Dort fielen uns junge Techniker von Varia Instruments auf, die beim BAND ihre hochstehenden Produkte für DJs löten lassen.  Auf einem Foto zu sehen ist – als optischer Kontrast zur Malerei oder zu den Schuhen – ihr Paradeprodukt, der RDM20 Zweikanal Rotary DJ Mixer. Auf der gleichen Etage unter anderem: die Filmproduktion TRINIPIX von Aron Nick und Christoph Walther.

Das Alte Loeblager dient als ganz spezieller Ort, der Raum fürs Kreativsein in verschiedenen Bereichen bietet. Wie eine Villa Kunterbunt für Erwachsene.

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