Ein ausgekochtes Problem

Sacha Jacqueroud
Von Sacha Jacqueroud - Chefredaktor
Das Alte Schloss Bümpliz. Bald für die Öffentlichkeit verschlossen?

Foto: zvg

Einfach erklärt
Es gibt noch keine neuen Pächter für das Alte Schloss Bümpliz. Die Stadt Bern prüft alternative Möglichkeiten wie Büros oder Wohnen.
Anfang 2025 berichtete die BümplizWochen von der jahrzehntelangen Ära des Wirteehepaars Cziraki sowie von den Schwierigkeiten der Stadt, Nachfolger zu finden. Das ist auch über ein Jahr später nicht anders. Mehr noch: Eine Idee lautet gar, Büroräume in das Alte Schloss zu verlegen. Eine Verzweiflungstat?

Immobilien Stadt Bern äussert sich bei der BümplizWochen wie folgt: «Für die gastronomischen Flächen im Schloss Bümpliz konnte seit längerer Zeit keine neue Pächterschaft gefunden werden. Dies, obwohl umfassende Bemühungen und aktive Suche betrieben wurden. (…) Neben der Fortführung der bisherigen Nutzung wären auch alternative Nutzungen möglich wie: Büro, stilles Kleingewerbe oder auch Wohnen.» Pikantes Detail: Schon vor über einem Jahr hat die BümplizWochen darauf hingewiesen, dass es eher die äusseren Umstände sind, die eine Nachfolge und Sicherstellung des Restaurants erschweren. An erster Stelle steht das Problem der fehlenden Parkplätze. Weiter geht es um das angegliederte Zivilstandsamt als potenzielle Frequenzgeberin. Es ist jedoch sechs Tage in der Woche geschlossen. Des Weiteren ist die Überalterung im Quartier heikel; die Zugewanderten sind wiederum aufgrund ihrer Herkunft weniger an die Schweizer Küche gewöhnt. Es ist nicht zu erkennen, ob die Stadt Bern diese Probleme erkannt und darauf reagiert hat. Aus Sicht des Stadtteils VI sind die alternativen Überlegungen zumindest bedauerlich. Das Alte Schloss als Büro oder Wohnung bedeutet, dass die Bevölkerung keinen Zugang mehr hat. Ein ausgekochtes Problem.

GEKENNZEICHNET:
Teile diesen Artikel

Neue Beiträge

Neues Kleid

Die Haut des 6,2 Tonnen schweren Chamäleons vor dem Einkaufszentrum ist – wie sie auch in der Heimat dieser Tiere, in Madagaskar, vorkommen mag – in den letzten Jahren etwas…

2 Min. zum Lesen

100’000 PS in Frauenkappelen

Am ersten Juni-Sonntag war die Hauptstrasse in Frauenkappelen nur langsam befahrbar. Die…

4 Min. zum Lesen

Wichtige Forschung an Organoiden

Der aktuelle Ebola-Ausbruch zeigt einmal mehr, wie wichtig das Wissen über Krankheits­erreger…

4 Min. zum Lesen

Herzbeschwerden und Ängste

Spontan haben wir heute eine Frau angesprochen, die vermutlich der einen Leserin…

5 Min. zum Lesen

Maisgetränk «Chicha»

Mais, Äpfel und Quitten: Peruanische Kultur und Schweizer Handwerk werden im neuen…

2 Min. zum Lesen