Wie weiter?

Nadia Berger
Von Nadia Berger - Redaktorin
Eines der betroffenen Häuser an der Melchiorstrasse 9.

Foto: Stadt Bern

Einfach erklärt
 
In Bern müssen mehrere renovationsbedürftige Mehrfamilienhäuser der Stadt gesamtsaniert werden, damit günstiger städtischer Wohnraum auch für die nächste Generation erhalten bleibt. Für zahlreiche Mietparteien bedeutet das nun, dass sie ihr Zuhause verlieren. Die Stadt versucht, die Betroffenen bestmöglich zu unterstützen.

Der Gemeinderat beantragt dazu 31 Mio. Franken beim Stadtrat und plant die Sanierung von 72 Wohnungen im Verlaufe des Jahres 2027. Davon sollen später 60 wieder mit Rabatt als «Günstiger Wohnraum mit Vermietungskriterien (GüWR)» vermietet werden. Gemäss der Wohnstrategie des Gemeinderats soll durch die Sanierungen bestehender preisgünstiger Wohnraum erneuert und langfristig gesichert werden. Betroffen sind Mietparteien von Mehrfamilienhäusern in Bethlehem, Bümpliz und Holligen an der Zelgstrasse 18/20/20a/22, Melchiorstrasse 9, Looslistrasse 37 und 39 sowie an der Huberstrasse 18/20. Ihnen wurde bereits gekündigt. Immobilien Stadt Bern will den ohnehin vulnerablen Betroffenen, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind, nun mit einem Programm helfen, das sie bei der Wohnungssuche unterstützen  und begleiten soll. Dazu gehört eine frühe Kommunikation, eine Kündigung zwölf Monate im Voraus sowie Unterstützung bei der Wohnungssuche und bei den anfallenden Formalitäten. Ausserdem erhalten die Mietenden ein Referenzschreiben und müssen sich beim erfolgreichen Finden einer neuen Wohnung an keine Kündigungsfrist halten. Ausserdem erhalten sie ein Vorzugsrecht für die sanierten Wohnungen, sofern sie die Vermietungskriterien für günstigen Wohnraum erfüllen und die trotz allem gestiegenen Mieten stemmen können. Auch für andere Wohnungen, die im Portfolio des Fonds für Boden- und Wohnbau der Stadt sind, werden sie bevorzugt berücksichtigt. Die Stadt versucht in dieser Situation ihr Bestmögliches. Doch für die Betroffenen bleiben die Leerkündigungen dennoch eine belastende Situation in einem angespannten Wohnungsmarkt.

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