Schon als Jugendlicher kam Eichenberger mit dem Medium Film in Berührung, als er für die nationale Jugendfernsehsendung «VideoGang» arbeitete. Nach dem Abschluss in Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie Philosophie und Soziologie absolvierte er eine Ausbildung in Filmrealisation mit Schwerpunkt Produktion an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).
Eichenberger ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS), die jährlich die Oscars verleiht, sowie des europäischen Pendants, der European Film Academy (EFA). Er war 2015 für einen Oscar nominiert und wurde 2022 in Cannes, dem wichtigsten Filmfestival der Welt, als «Producer on the Move» ausgewählt. Führende internationale Festivals wie Venedig, Berlin und Locarno zeigten seine Arbeiten und zeichneten sie mit über 100 Preisen aus. Eichenbergers Produktionen kombinieren hochwertiges Geschichtenerzählen mit starker sozialer Relevanz, erreichen ein breites internationales Publikum und erzeugen eine bedeutende Wirkung. Eines seiner letzten Werke ist die internationale Serie «Davos 1917» (Kosten: 19 Mio. Euro), die bisher grösste und erfolgreichste Schweizer Fernsehproduktion, die in über 40 Länder verkauft und an Plattformen wie Netflix, Amazon und Disney+ lizenziert wurde.
Was macht ein Filmproduzent?
Die Aufgaben eines Produzenten teilen sich grob in drei Phasen. Erst kommt die Vorproduktion. Da geht es um Stoffentwicklung, Drehbuch-Auswahl, Kalkulation, Finanzierung und Sponsorensuche sowie das Casting von Schauspielern. In der eigentlichen Drehphase überwacht er die Dreharbeiten, achtet auf die Einhaltung des Kostenrahmens und koordiniert die Tätigkeiten am Set. Ist der Film einmal abgedreht, kommen noch die Postproduktion, der Schnitt und die Bild- und Tonbearbeitung sowie die Vorbereitung von Marketing und Vertrieb. Jetzt gerade arbeitet Eichenberger an der Postproduktion zum Spielfilm «Keep Her Quiet». Das Thema ist hochbrisant: Es geht um Menschenrechtsverletzungen in China, aufgedeckt von einer uigurischen Journalistin, die zusammen mit einer Überlebenden eines so genannten «Umerziehungslagers» die Welt über das Schicksal ihres Volkes informieren will.
Warum gerade ein Kinderfilm?
Eichenberger interessiert sich als Vater zweier schulpflichtiger Kinder auch für Kinderfilme – und findet, dass es im deutschsprachigen Raum hierfür noch Potenzial gibt. Deshalb hat sich seine Firma, die «Contrast Film», entschlossen, in diesen Bereich zu investieren. Die Verfilmung der Kinderbuch-Reihe «Max und die Wilde 7» ist die beste Gelegenheit dazu. Zum dritten Mal geht das wohl ungewöhnlichste Detektivteam des deutschsprachigen Kinos auf Spurensuche – und diesmal wird es tierisch spannend: Max, Laura und die Wilde 7 müssen den entführten Kater Motzkopf retten und einem geheimen Tierversuchslabor das Handwerk legen. Dieses geheime Labor wird Anfang August im ehemaligen Tierheim Oberbottigen gedreht. Was genau im Labor passiert, möchten wir hier noch nicht verraten. Der Film kommt dann 2027 in die Kinos.
Wer finanziert diesen Film?
Auf Schweizer Seite fördern das Bundesamt für Kultur und die Berner Filmförderung das Projekt. Eichenberger ist es ein grosses Anliegen, dass es neben Zürich einen zweiten starken Filmstandort in der Deutschschweiz gibt. Aus diesem Grund holt er immer wieder grosse Produktionen nach Bern.
Da er beruflich viel Zeit in Zürich verbringt, werde er dennoch immer wieder gefragt, ob er nicht dorthin umziehen wolle. «Nein, in Bern, resp. Bümpliz bin ich wohl. Mir gefallen die Unaufgeregtheit, die Ruhe sowie der Dorfcharakter.» Das Einzige, was ihm hier fehle, seien ein paar kleine, charmante Cafés wie das Pinprinza vor dem Schloss Bümpliz, wo sich die Leute bunt gemischt treffen und gemütlich zusammen verweilen können. «Oder habe ich noch nicht alle gefunden?» Er lacht.