Nachwehen eines Brandes

Salome Guida
Von Salome Guida - Redaktorin
Inzwischen verwendet man meist PFAS-freien Löschschaum.

Foto: EE (Symbolbild)

Einfach erklärt
Auf der Grossbaustelle im Weyermannshaus Ost wurden PFAS entdeckt. Diese Chemikalien sind langlebig. Eine Sanierung ist schwierig. Der Bau des Campus Bern verschiebt sich deshalb.
Die Arbeiten für den Bau des Campus Bern im Weyermannshaus Ost müssen vorerst ruhen. Der stark belastete Boden braucht eine Sanierung – wie und wann ist allerdings noch unklar.

Vor gut 27 Jahren brannte ein Pneulager in Ausserholligen. Nun holt die damalige Verwendung eines Löschschaums die Bauherrschaft für den geplanten Campus Bern ein: Wegen hoher Konzentration von PFAS im Boden muss das Areal Weyermannshaus Ost saniert werden. 

Doch was sind PFAS? Die per- und polyfluorierten Alkylverbindungen sind eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Industriechemikalien. Ihre Eigenschaften sind nicht besonders gut für die Gesundheit von Mensch, Tier und Natur, aber begehrt für viel anderes. PFAS-haltiger Löschschaum erstickt mit seinem Wasserfilm Brände rasch. Regenschirme, Teflonpfannen oder Elektronik: Vielerorts profitiert die Gesellschaft von den fett- und wasserabweisenden Eigenschaften. Oder eben nicht. Von einer «komplexen Altlastensanierung» spricht die SBB als Grundeigentümerin. Denn für den Umgang mit diesen besonders langlebigen Chemikalien gäbe es noch keine etablierten Standardverfahren, weder im genehmigungsrechtlichen noch im technischen Zusammenhang.

Bis diesen Sommer möchte die SBB das gesetzlich vorgeschriebene Variantenstudium nach Altlastenverordnung fertiggestellt haben. Im Anschluss prüfen die Behörden die eingereichten Unterlagen. Erst wenn der definitive Sanierungsentscheid vorliege, könne die weitere Planung weiterentwickelt und kommuniziert werden. Man muss also von einer längeren Verzögerung ausgehen.

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