Mensch vor Meinung: Schutz vor Antisemitismus

Salome Guida
Von Salome Guida - Redaktorin
Kunstschaffende jüdischen Glaubens sollen ohne Angst vor Repressionen wirken können (Symbolfoto)

Foto: zvg/EE

Einfach erklärt
Der Stadtrat verlangt mehr Engagement gegen Antisemitismus. Vor allem im Kulturbereich. Auch dort sind jüdische Menschen betroffen. Und solche, die sich solidarisch zeigen.
Der Gemeinderat soll sich stärker gegen Antisemitismus einsetzen, fordert ein Postulat. Es wurde nach hitziger Diskussion klar angenommen.

«Es war eine emotionale Diskussion», erzählt Stadträtin Debora Alder-Gasser (EVP). Ende Juni erklärte das Berner Stadtparlament mit 49 zu 2 Stimmen und bei 8 Enthaltungen ein Postulat als erheblich, das fordert, zu prüfen, wie Antisemitismus im Kulturbereich erkannt und bekämpft werden kann. Dass es so deutlich war, hatte sich im Vorfeld nicht abgezeichnet.

Zwar hatten Vertretende von SP über EVP, Mitte und GLP bis zur FDP unterzeichnet, doch die Diskussion an der Sitzung vom 26. Juni nahm teilweise hitzige Züge an. Das Thema Antisemitismus ist aktuell im Zuge der Israel-Gaza-Thematik emotional aufgeladen. «In gewissen Teilen der Kulturszene werden Kulturschaffende, die sich gegen Antisemitismus engagieren oder sich mit jüdischen Menschen solidarisieren, zunehmend zur Zielscheibe von Boykottaufrufen und Einschüchterungen», so der Einstieg des Postulattexts. Jüdische Kulturschaffende – auch Linke – würden gewisse Kulturbetriebe aus Angst inzwischen gar meiden. «Es ist die Aufgabe des Gemeinderats, sicherzustellen, dass Antisemitismus im Kulturbereich entschieden bekämpft wird», lautet die Begründung weiter.

Alder-Gasser, eine der Erstunterzeichnenden, betonte in ihrem Einzelvotum: «Wir dürfen und sollen anderer Meinung sein (…), aber wo wir uns einig werden können, ist doch, das wir uns für Menschlichkeit einsetzen wollen, dass wir trotz Meinungsverschiedenheiten immer den Menschen im Gegenüber sehen.»

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