Gespräche als mentales Wundermittel

Nadia Berger
Von Nadia Berger - Redaktorin
Zusammen für mehr psychische Gesundheit.

Foto: zvg

Einfach erklärt
Berner Studierende haben ein Projekt gemacht. Sie wollen, dass die Leute miteinander sprechen. Das ist gut für die Gesundheit.
Was haben Gespräche mit Schlafen zu tun? Was mit Verdauung, was mit Vergessen und was mit Vertrauen? Das sind einige der Fragen, die man im Mai in verschiedenen Lokalen in der Stadt Bern auf Bierdeckeln lesen konnte. Dahinter steckt ein fünfköpfiges Team Studierender, das durch seine Kampagne mehr Bewusstsein für mentale Gesundheit schaffen will.

Um die psychische Gesundheit  der Schweizerinnen und Schweizer steht es schlecht. Vor allem jüngere Menschen sind vermehrt von mentalen Problemen betroffen, fühlen sich häufiger einsam und «disconnected». Dagegen helfen sollen «echte» Gespräche. Gespräche, die die Studierenden der Hochschule der Künste fördern wollen. Für ihre Kampagne verteilten sie unzählige selbst designte Postkarten und Plakate und 50’000 Bierdeckel an 20 Berner Gastronomiebetriebe. Während vier Wochen konnten Gäste verschiedener Cafés und Restaurants, zum Beispiel im Becanto in Bümpliz, mittels Fakten auf den Bierdeckeln über positive Auswirkungen von Gesprächen mehr erfahren. Nun zieht das Team Bilanz. «Die Gatrobetriebe meldeten uns zurück, dass insbesondere die Bierdeckel oft angeschaut und sogar mitgenommen wurden und die Leute darüber gesprochen hätten», sagt Projektleiterin Michelle Meyer. Im Verlaufe des Monats meldeten sich fünf weitere Betriebe, die vom Projekt gehört hatten und daran teilhaben wollten. Auch online erhielten die Studierenden viel Zuspruch. «Die Webseite und unser Instagramaccount wurden rege besucht. Wir erreichten ohne gesponserten Content über 10’500 Konti. Das ist für eine lokal ausgelegte Kampagne und die vorhandenen Ressourcen recht stark», so Meyer. Sie seien sehr zufrieden und stolz, was sie als kleines Team erreicht hätten. Das Projekt ist nun abgeschlossen. «Falls es aber Interessierte gibt, die die Kampagne weiterführen möchten, wären wir bereit, die Idee weiterleben zu lassen», meint Meyer.

Info: www.undbidirso.ch

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