Ein Tunnel, eine Brücke und ein Bahnhof

Marc de Roche
Die Passerelle, schwungvoll im Grünen.

Foto: zvg/SBB CFF FFS

Einfach erklärt

Sicher 11 Jahre lang wird jetzt gebaut: Der Bahnhof Stöckacker wird geschlossen, ein neuer Bahnhof entsteht: Europaplatz Nord. Eine grosse Brücke über die Bahn führt dann vom Steigerhubel zum Weyermannshaus.

Jetzt geht es los. Die Bauarbeiten für das SBB-Grossprojekt «Leistungssteigerung Bern West» beginnen mit dem Bau des neuen Bahnhofs Europaplatz Nord und der neuen Personenunterführung der Stadt Bern.

Der Bahnhof liegt zwischen dem Freibad Weyermannshaus und dem Bau Energie Wasser Bern. Bald werden da Bäume gefällt und Sträucher entfernt. Das anfallende Holz wird im Hochwasserschutz verwendet und auf Spielplätzen platziert. Für die entfernten Bäume gibt es Ersatzpflanzungen.

Die Strassenunterführung Steigerhubelstrasse wird geschlossen, sie bleibt aber für den Fuss- und Veloverkehr passierbar. Bis 2027 baut die SBB eine neue Passerelle, welche die Quartiere Steigerhubel und Weyermannshaus beidseits der Gleise verbindet. Sie ist über Rampen, Treppen und Lifte erreichbar. Umsäumt von Pappeln und hoch über dem Bahnverkehr wird sie einen beeindruckenden Blick über den dann endlich freigelegten Stadtbach ermöglichen. 

Bald wird auch gegraben. Der Holligentunnel ist das Herzstück dieses Projektes. Er ist samt Rampen 1700 m lang und hat vier Zufahrten: eine von Neuenburg her, eine aus dem Gürbetal sowie je eine von der Nord- und Südseite des Bahnhofs Bern. Der Tunnel wird von der Höhe des Insel-Parkings bis zum Bahnhof Europaplatz führen. So müssen sich die Züge nicht mehr auf den bestehenden Gleisen kreuzen, sondern können unterirdisch durchfahren, ohne sich gegenseitig zu behindern. Damit überträgt sich die Verspätung eines Zuges nicht mehr auf die Fahrzeit anderer Züge im Gegenverkehr.

Der Tunnel ermöglicht die Einführung des Viertelstundentakts von Münsingen nach Flamatt und von Bern nach Niederscherli und des Halbstundentakts des InterRegio von Bern nach Neuenburg (IR66).

Die SBB und das Tiefbauamt der Stadt Bern schreiben: «Fast alle Bau- und Installationsplätze grenzen an Wohngebiete. Emissionen wie Baulärm, Staub, Logistikfahrten auf der Strasse oder Erschütterungen sind unvermeidlich und betreffen teilweise auch die Nächte und die Wochenenden. Wir tun das Möglichste, um die Emissionen so gering wie möglich zu halten.»

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