Die erste Hälfte ist geschafft

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Von PD
Ein grosses Fernwärmeprojekt ist im Gange und bereits zur Hälfte geschafft.

Foto: zvg

Einfach erklärt
Ein grosses Fernwärmeprojekt ist im Gange und bereits zur Hälfte geschafft. Die Baustellen betreffen verschiedene Berner Quartiere. Mit dem Projekt sollen Energie- und Klimaziele verfolgt werden.
Der Ausbau der Fernwärme im Westen von Bern ist auf Kurs. In einigen Quartieren sind die Bauarbeiten abgeschlossen oder bereits weit fortgeschritten. Parallel zum Leitungsnetz wird die Produktion an verschiedenen Standorten erweitert.

50 km Fernwärmeleitungen und 20’000 neu angeschlossene Haushalte. Minus 52’000 Tonnen CO2 pro Jahr. Dazu zig Kilometer sanierte Leitungen für die Wasser- und Energieversorgung, die öffentliche Beleuchtung und die Abwasserentsorgung: Der Fern­wärmeausbau in Bümpliz, Bethlehem und Holligen sowie in der Länggasse, im Viererfeld-Rossfeld und rund um den Eigerplatz ist das grösste Tiefbauprojekt im öffentlichen Raum der Stadt Bern in den vergangenen Jahrzehnten. Das Projekt wird von Energie Wasser Bern (ewb) im Auftrag der Stadt durchgeführt und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der städtischen Klimaziele.

Bauen in der Stadt ist ­anspruchsvoll

Doch der Weg von der fossilen zur klimafreundlicheren Wärmeversorgung ist lang und mit Umleitungen, Lärm, Staub und gros­sen Belastungen für die Quartiere verbunden. Wer im Westen von Bern lebt, kennt die «wandernden Baustellen» mit ihren laufend wechselnden Absperrungen und Umleitungen. Die Verantwortlichen verfolgen das Ziel, möglichst schnell vorwärtszukommen und gleichzeitig die Einschränkungen für Bevölkerung und Gewerbe so gering wie möglich zu halten. Das dafür gewählte etappierte Vorgehen mit verschiedenen parallelen Bauabschnitten führt vergleichsweise rasch zum Ziel, ist aber nicht immer einfach zu über­blicken.

Fernwärme ist gefragt

Die gute Nachricht: Die Arbeiten sind auf Kurs. Es sind bereits rund 24 km Fernwärmeleitungen gebaut und 1100 Netzanschlüsse bestellt, die insgesamt rund 10’000 Haushalte mit klimafreundlicherer Wärme versorgen werden. Damit ist die erste Hälfte des Fernwärmeausbaus und der Sanierung der Versorgungsleitungen geschafft. Die ewb ist mit dem Wärmeabsatz bei den Liegenschaftseigentümern zufrieden. Zudem sei beim Grossteil der Bevölkerung – trotz der langwierigen Bauarbeiten – ein grosser Rückhalt für das Projekt an sich zu spüren.

Bauarbeiten in verschiedenen Quartieren abgeschlossen

Im Westen von Bern hat der Ausbau im Sommer 2021 mit der Erschliessung des Untermattquartiers und dem Bau der Transportleitung von der Energiezentrale Forsthaus zum Stöckackerquartier begonnen. Im Frühling 2022 folgte der Baustart im Kleefeld. Mittlerweile sind die Bauarbeiten im Stöckacker und im Kleefeld zu weiten Teilen abgeschlossen, ebenso in der Murten- und Fellerstrasse bis ins nordwestliche Bethlehem. Aktuelle Schwerpunkte in Bethlehem sind das Tscharnergut und das Gebiet Eymattstrasse/­Neuhausweg. In Bümpliz laufen gegenwärtig vor allem entlang der Morgenstrasse und in der Weidmatt intensive Arbeiten. In den kommenden Jahren verlagern sich die Bauarbeiten Schritt für Schritt ins Zentrum und in den Süden von Bümpliz, ins Schwabgut, in die Winterhale sowie in den Bethlehemacker und die Riedbach­strasse.

Ausbau der Produktionsinfrastruktur

Parallel zum Fernwärmenetz soll auch die Infrastruktur für die Produktion von Fernwärme ausgebaut werden. Zwar bleibt die Kehrichtverwertung in der Energiezen­trale Forsthaus die «Zentralheizung», welche den grössten Teil der Fernwärme für den Westen Berns erzeugt. Um möglichst viele Liegenschaften versorgen zu können, braucht es aber zusätzliche Wärmequellen. Dazu hat ewb Anfang 2025 das Holzheizwerk Rehhag in Betrieb genommen. Voraussichtlich im ­November 2026 schliesst sie in der Morgenstrasse die Leitung des Holzheizwerks Rehhag mit der Leitung der Energiezentrale Forsthaus zusammen – dies gilt als ein wichtiger Meilenstein für die Versorgungssicherheit: Der Zusammenschluss schafft Flexibilität bei der Wärmeversorgung und zusätzlichen Handlungsspielraum bei allfälligen Störungen. Weiter in Planung ist ein saisonaler Speicher in Buech, der im Sommer im Erdreich überschüssige Wärme für den Winter zwischenlagert. In Ausserholligen werden die ehemaligen Öltanks mit Wasser gefüllt und in einen sogenannten «Energiespeicher» umfunktioniert – einen Speicher, der die Fernwärme für mehrere Tage oder Wochen zwischenspeichern kann. Damit lassen sich weitere 1000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

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