Maisgetränk «Chicha»

Anna Weiss
Eric Wildhaber beim Mischen. Rechts neben ihm ist Amir Ademi.

Foto: zvg

Einfach erklärt
«Chicha» ist ein Getränk aus peruanischem Mais. Ein Bümplizer und ein Halb-Peruaner stellen es nun in der Schweiz her.  Einen Teil des Gewinns spenden sie nach Peru. 
Mais, Äpfel und Quitten: Peruanische Kultur und Schweizer Handwerk werden im neuen Getränkeprojekt Chicha vereint.

Chicha Morada ist ein peruanisches Kultgetränk. Der Hauptbestandteil ist Maiz Morado, ein in den Anden wachsender Mais, der dem Getränk eine violette Farbe verleiht. Der weitere Geschmack kommt von verschiedenen Früchten und Gewürzen. Vor einem Jahr hat sich der Bümplizer Amir Ademi auf seiner Perureise in das Maisgetränk «verliebt». Durch das Kennenlernen von Eric Wildhaber, einem Halb-Peruaner, entstanden sowohl eine Geschäftspartnerschaft wie auch eine Freundschaft. Gemeinsam vereinten sie Ideen und regionale Bezüge. Konkretisiert wurde das Projekt im letzten Herbst. Seither produzieren sie in der Mosterei von Alex Hurni Chicha. Konkret bedeutet das: kochen, mischen, pasteurisieren, abfüllen und etikettieren. Der Apfel- und Quitensaft wird von Hurni direkt produziert und beigesteuert. In diesem «Schweizer Handwerk» bestehen der regionale Bezug und die Fu-sion zweier Kulturen. Seit dem 1. April ist das Getränk nun offiziell auf dem Markt. Der Maiz ­Morado verlangt nach dem andinen Boden und könne daher unmöglich in der Schweiz angebaut werden. Die weiteren Produkte werden, soweit wie möglich, aus der Schweiz bezogen. Die Huacas de Moche, jahrtausendalte Pyramiden, sind der Ursprung von Chicha. Sie haben eine grosse kulturelle und religiöse Bedeutung und dennoch werden sie heute vernachlässigt. Amir Ademi und Eric Wildhaber spenden daher 1 % des Reingewinns nach Peru und wollen damit «etwas zurückgeben». Sie wollen helfen, die ­Huacas zu erhalten sowie die Kultur zu unterstützen. «So schliesst sich ein Kreislauf», schreiben sie.

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