Treffpunkt Erlebnispfad

Marc de Roche
Der neue Erlebnispfad direkt neben dem Tierzentrum. Casimir von Arx und Irene Weinberger feiern die Eröffnung.

Foto: Andreas Philippson

Einfach erklärt
Wildtiere leben im Wald und auf den Feldern. Was können wir Menschen für sie tun? Das zeigt der Erlebnispfad beim Tierheim. Da spaziert man von einem Posten zum andern. Jedesmal geht es um ein anderes Tier. Spannend.
Auf dem neuen Erlebnispfad, der sich zwischen Tierzentrum und Wald durch eine Wiese schlängelt, erfahren Besuchende Spannendes über Igel, Fledermäuse und Co. – und lernen gleichzeitig die Arbeit des Berner Tierschutzes kennen.

Der Berner Tierschutz ist wohl der älteste Tierschutzverein der Schweiz. Er wurde 1844 gegründet und befasst sich im Tierheim vor allem mit Heimtieren, also mit Hunden und Katzen. Sieben teilweise interaktive Posten thematisieren auf dem Erlebnispfad, das Zusammenleben zwischen dem Mensch und kleinen, einheimischen Wildtieren.

Einen Erlebnispfad begehen und die Zeit verfliegt

Grossrat Casimir von Arx, Präsident vom Berner Tierschutz, freut sich, dieses ganz besondere Bauwerk zu eröffnen. Die Kosten von etwa 170’000 Franken konnten mit Donatorenspenden bestritten werden. Der Besucher erhält viele Antworten – so zum Beispiel auf die Frage «Wie können wir dem Igel, Feuersalamander oder den Fledermäusen mit einfachen Massnahmen helfen?» Der Erlebnispfad ist als Rundgang so angelegt, dass sich die Besuchenden immer wieder begegnen. Gespräche mit Unbekannten sind unkompliziert möglich. Gleich am Anfang wird darüber informiert, dass der Rundgang etwa eine Stunde Zeit in Anspruch nimmt. Es steht viel Text auf den grossen Tafeln. Aber Bedenken, ob die Texte überhaupt gelesen werden, sind unbegründet. Da steht nichts Besserwisserisches oder Belehrendes, sondern ganz einfach viel Nützliches, verständlich und spannend beschrieben und fröhlich bebildert. Die Wildtierbiologin Irene Weinberger versteht nicht nur vieles von Fledermäusen, sondern kann auch einem Stadtmenschen die ihm unbekannten, flatternden Tiere sympathisch näherbringen. Die Stunde vergeht im Nu und auch Kinder dürfen… Zuviel sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Es lohnt sich, die Botschaften des Erlebnispfads selber zu entdecken, allein, mit der Familie oder Freunden. Am besten als Überraschung auf einer Velotour rund um den Wohlensee.

Alles für die Heimtiere

Das Berner Tierzentrum ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr für die Tiere da. In der Nacht kann die Polizei aufgefundene Hunde oder Katzen in speziell dazu eingerichteten Boxen abgeben. Ferientiere können aber nicht aufgenommen werden. Im Tierheim geht es ausschliesslich um ausgesetzte, unerwünschte, vernachlässigte und beschlagnahmte Tiere. Diese werden artgerecht gepflegt und betreut, um sie anschliessend an gute neue Plätze zu vermitteln.  Wie wichtig diese Aufgabe ist, zeigt die Statistik. 2025 wurden 107 beschlagnahmte Tiere ins Heim gebracht. 18 Findelhunde gingen zurück an ihre Besitzer. Dank Identifikations-Chips funktioniert das bei Hunden sehr gut. In der Sommersession vom Grossen Rat wird eine Motion von Grossrat von Arx behandelt, welche eine Registrierungs- und Chip-Pflicht für Hauskatzen verlangt. Veterinärämter haben rechtlich und oft auch ressourcenmässig Probleme, bei schlechter Haltung so durchzugreifen, wie es aus Tierschutzsicht nötig wäre. Es müssten vermehrt Tierhalteverbote ausgesprochen und auch kontrolliert werden.

Wie komme ich zum Erlebnispfad?

Ab Hauptbahnhof Bern mit den PostAuto-Linien 101 und 107, Richtung Hinterkappelen, bei der Haltestelle Eymatt Camping aussteigen. Dann einfach dem Campingplatz entlang, den kleinen weissen Wegweisern «Berner Tierzentrum» durch den Wald folgen, etwa zehn Minuten zu Fuss. Wenn es mit dem Auto sein muss, dann von Bern oder Wohlen her kommend beim TCS-Campingplatz Eymatt in die Wohlenstrasse einbiegen und dem Verlauf der Strasse bis zum Schild «Zubringerdienst» und Wegweiser «Berner Tierzentrum» fahren. Weiter langsam durch den Wald bis zur zweiten Abzweigung rechts, zur Einfahrt auf die Waldlichtung, wo das 2022 eröffnete Berner Tierzentrum steht.

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