Es sei eine spontane Idee gewesen, ein kurzer Augenblick, und plötzlich sei es klar gewesen: «Jawohl, das machen wir.» So beschreibt es Annemarie Morgenegg, wenn sie davon erzählt, wie sie zu diesem Projekt kamen. Anlässlich der Pensionierung von Markus waren sie mit ihrem VW-Bus in Spanien unterwegs und lasen einen Artikel über die Freilichttheaterszene in der Schweiz. Als sie sich darüber austauschten, kam in ihnen der Gedanke auf, dass so ein Freilichttheater wunderbar in den Schlosspark Bümpliz passen würde. Man könnte so doch den Ortsunkundigen, die womöglich Vorurteile haben, zeigen, was für schöne Orte es im Stadtteil VI gibt. Die Idee liess sie nicht mehr los und noch am selben Abend spannten sie den Gedanken weiter, überlegten, was für ein Thema denn zu solch einem Freilichttheater in Bümpliz passen könnte. Ihnen war klar – es muss etwas Neues sein, eine Uraufführung, die mit Bümpliz-Bethlehem zu tun hat.
Die zündende Idee
Nach kurzer Recherche stiess Markus Morgenegg auf den Fakt, dass der Bümplizer Schriftsteller und Intellektuelle Carl Albert Loosli im Jahr 2027 seinen 150. Geburtstag feiern würde. Ein perfekter Anlass für solch ein Freilichttheater. Noch während ihrer Ferien begannen die Morgeneggs, erste Abklärungen durchzuführen, fragten bei Stellen wie der Stadt Bern als Schlossbesitzerin, dem Schlossverein als Mieterin und der Loosli-Gesellschaft nach, was sie von solch einer Idee halten und ob Unterstützung vorhanden wäre. Die Rückmeldungen fielen alle derart positiv aus, dass sie sich entschieden, die Realisierung zu wagen und in das neue Abenteuer einzusteigen.
Ein Dreamteam
Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade dem Ehepaar Morgenegg eine solche Idee einfällt. Annemarie Morgenegg beschäftigte sich viele Jahre lang mit Freilichttheater, zuerst als Schauspielerin, anschliessend vollzeitlich als Mitglied des Projektleitungsteams Theater Gurten. Markus hingegen ist bestens in Bümpliz vernetzt, u. a. durch seine Tätigkeiten in der Jugendmusik und als Vertretung in der Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem. Zusammen bringen sie mit, was es für ein Projekt dieser Grösse braucht: Erfahrung und gute Kontakte. Obwohl sie noch nie zusammengearbeitet hatten, war für sie klar, dass sie die Projektleitung zusammen übernehmen. Bis jetzt haben sie es nicht bereut, im Gegenteil, sie haben einmal mehr gemerkt, wie gut sie sich ergänzen und bereichern: Während Annemarie sich um das Kreative kümmert, ist Markus als ehemaliger IT-Revisor hauptsächlich mit allem Organisatorischen betraut.
Vom Finden des richtigen Teams
Bis jetzt haben die beiden immer wieder Bestätigungen erhalten, dass sie auf dem richtigen Weg sind. So hatten sie zum Beispiel von Anfang an einen guten Austausch mit der Loosli-Gesellschaft, die ihre Idee spannend fand und grünes Licht gab. Mit Ueli Blum als Autor und Liliana Heimberg als Regisseurin und künstlerische Leitung fanden die Morgeneggs zwei wichtige Schlüsselfiguren, welche in ihren Bereichen äusserst kompetent sind und zudem noch gut zusammen funktionieren. Ein Glücksfall. Die Sponsorensuche ist zwar herausfordernd und braucht einen langen Atem, aber mittlerweile haben sie sogar einen Hauptsponsor aus Bümpliz für das Projekt gewinnen können. Die Dr. Meyer Immobilien AG feiert im Jahr 2027 ebenfalls ein Jubiläum und wird aus diesem Anlass das
Freilichttheater zusammen mit der Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz partnerschaftlich unterstützen. Einen besseren Hauptsponsor hätten sie sich nicht
erträumen können.
Breite Unterstützung aus dem «Dorf»
So reihen sich all diese Fügungen wie Perlen auf eine Kette und lassen die Vorfreude der Morgeneggs immer grösser werden. Speziell gefreut haben sie sich auch darüber, dass an den beiden Infoabenden grosses Interesse am Projekt herrschte und innerhalb von zwei Monaten rund 90 Mitwirkende aus der Region gefunden wurden, die das Projekt auf und hinter der Bühne ehrenamtlich mittragen wollen. Hier zeigt sich einmal mehr der Dorfcharakter von Bümpliz und erfüllt auch ein wenig mit Stolz, an diesem Ort zu wohnen.
Wetter gut, alles gut
Auf die Premiere freuen sich die Morgeneggs denn auch am meisten. Auf den Moment, wo alles zusammenkommt und all die Mühe, die vielen Vorbereitungen, das Dranbleiben, das Durchhalten, das Träumen und Hoffen sich hoffentlich auszahlen. Einzig die Weltlage und das Wetter könnten ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Die wetterbedingten Durchführungsentscheide bedeuten immer einen grossen Energie- und Stressaufwand für die Produktionsleitung, das weiss Annemarie aus Erfahrung, etwa von vergangenen Produktionen. Wenn es aber so gut läuft wie all das Planen und Vorbereiten der letzten zwei Jahre, dann wird sicher auch das Wetter auf ihrer Seite sein und damit wird der Besuch des Theaterabends für alle Zuschauenden ein spannender, unterhaltsamer Abend werden.