Nik Jud ist mit dem ersten Jahr des Unik Playground zufrieden. Das ist nicht selbstverständlich, denn der Weg bis zur Eröffnung hielt für ihn und seinen Partner Phil Bonadimann einige Herausforderungen bereit. In Zusammenarbeit mit dem Skillspark aus Winterthur betrieben sie seit 2018 eine Trendsporthalle in Bern – es war die erste in der Region. «Wir erkannten, dass der Trendsport boomt», blickt Jud auf die Zeit zurück, als die Jungunternehmer umsetzten, was ihnen am Herzen lag: «Unser Ziel war, möglichst vielfältige Arten der Bewegung zu fördern und diese möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.» Sie wollten Freude und Begeisterung für diese Sportarten wecken. Deren rasante globale Entwicklung war eine zusätzliche Motivation, in Bern etwas Neues und Erfrischendes zu realisieren. Trotz der guten Zusammenarbeit zog sich die Partnerfirma später aus dem Projekt zurück, da ihr Fokus auf ihrem Standort in Winterthur lag.
Entscheid zum Weitermachen
Nik Jud und sein Partner entschieden sich dazu, die Halle weiterhin zu betreiben. Sie bemühten sich erfolgreich um die nötigen finanziellen Mittel und gründeten den Unik Playground. Nach mehreren erfolgreichen Jahren am Zentweg lief der Mietvertrag per Ende 2024 aus. Erneut entschieden sich die beiden weiterzumachen. Nach intensiven Bemühungen erhielten sie den Zuschlag für die Halle an der Freiburgstrasse. «Wir haben unser Angebot erweitert und uns auf Aktivitäten konzentriert, die in Bern untervertreten sind», sagt Jud und spricht die Sportarten an, die neben dem Trampolin am heutigen Standort angeboten werden. «Scooter als neuer Trend kam dazu. Als Förderer von jungen Sportarten passt das sehr gut zu uns. Zudem haben wir die Zusammenarbeit mit dem regionalen Snowboard-Nachwuchskader intensiviert und verfügen heute über eine Skate-Area, auf der die Nachwuchstalente ideal trainieren können.»
Spitzensport und Spielplatz mit Ninja-Parcours
Die Beziehung zu Pentathlon Suisse, dem Verband des Modernen Fünfkampfes, führte dazu, dass in der Halle ein Ninja-Parcours installiert wurde. In einer Mischung aus Klettern, Springen, Hangeln und Balancieren über Hindernisse trainieren Sportlerinnen und Sportler des Pentathlons darauf auf höchstem Niveau. Aber auch Kinder können dort durch spielerische Art und Weise Kraft, Mut und Koordination üben. Wenn sie nicht gerade mit dem Teppich von der spektakulären Rutschbahnschanze abheben und nach dem Flug auf weicher Unterlage landen. Im Multisport-Angebot verzichten die Betreiber auf Nachahmungen, im Fokus stehen neue Trends. «Wir wollen unseren Gästen eine gewisse Exklusivität bieten. Dazu gehören neben den Sportverbänden als unseren Partnern auch Berufsschulen, Tagesstätten oder das Ferien- und Freizeitangebot Fäger», gibt Jud Einblick in das Geschäftsmodell, das seiner Ansicht nach gut ankommt. Insbesondere bei Eltern und vor allem deren Kindern. Diese mögen den Bewegungspark wegen Spiel und Spass, aber auch, weil sie dort ihre Geburtstagspartys feiern können.
Keine digitale Welt
Die Begeisterung für Bewegung in der Kindheit zu fördern sei sehr wichtig, ist er überzeugt. «Zudem schaffen wir einen Kon-trast zur digitalen Welt und verzichten bewusst auf viele Bildschirme. Die Kinder sollen Momente erleben können, in denen sie ganz auf ihre Bewegungen fokussiert sind und Handys keine Rolle spielen.» Besonders freuen sich die Betreiber über die Nachfrage nach den betreuten Feriencamps in den Sommerferien. Dabei steht den Kindern eine Woche lang das gesamte Angebot in der Halle zur Verfügung.
Nik Jud blickt auf ein bewegtes erstes Jahr mit sehr ambitionierten Zielen zurück. Diese wurden erreicht, auch dank Partnerschaften und Sponsoring, wie er betont: «Der Mut, eine Lücke zu öffnen, hat sich gelohnt. Es ist schön, etwas für die Region anzubieten, für das wir eine hohe emotionale Wertschätzung erfahren.»