Wann wird’s mal wieder positiv?

Sacha Jacqueroud
Von Sacha Jacqueroud - Chefredaktor
Melanie Mettler (GLP) muss die Ärmel hochkrempeln.

Foto: zvg/F. Rothenbühler

Einfach erklärt
Die Stadt Bern hat 2024 mehr Schulden gemacht. Sie hat weniger Eigenkapital und gleichzeitig höhere Ausgaben als sie möchte. 
Schon fast freudig kommentieren die einen Parteien den Verlust. Klar, denn er fällt kleiner aus als budgetiert oder befürchtet. Besorgt sehen es die anderen, denn der bernische Schuldenberg überragt bald einmal die Postkarten-Viertausender der Schweiz.

Trotz rekordhohen Steuereinträgen von 609,3 Mio. Franken resultiert in der Jahresrechnung 2024 ein Minus. Doch das ist nur die Spitze des Bergs, denn das Eigenkapital sinkt und die Verschuldung nahm alleine im Vorjahr um weitere 120 Mio. Franken zu. Gemeinderätin Melanie Mettler (GLP) präsentiert Zahlen, die noch vor ihrem Amtsantritt entstanden, und sagt klar: «Es besteht finanzpolitischer Handlungsbedarf.» Der genauere Blick auf die Zahlen unterstreicht dies. Das Eigenkapital der Stadt beträgt noch 94,5 Mio. Franken. Doch der Gemeinderat hat in seiner Finanzstrategie eine Eigenkapitalhöhe von 120 bis 180 Mio. Franken angepeilt. Davon ist man mittlerweile weit entfernt. Zudem steigen die Ausgaben höher als budgetiert, auch jene für Personal. Die Investitionen waren schon hoch angesetzt, liegen aber mit 136,5 Mio. Franken im Mass. Doch immer noch zu viel, um die Investitionen selbst zu finanzieren, deshalb steigen die Schulden um 120 Mio. auf 1,5 Mrd. Franken. «Selbst in konjunkturell guten Zeiten gelingt es der Stadt nicht, ihre finanziellen Reserven zu erhöhen. Der Gemeinderat erkennt darum hinsichtlich des neuen Aufgaben- und Finanzplans mit Budget 2026 Handlungsbedarf.» Auch im Jahr 2025 ist ein hohes Defizit budgetiert, also lautet die Frage Richtung Rathaus: «Wann wird’s mal wieder positiv?»

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