Ungeschlagene und neue Helden

Sacha Jacqueroud
Von Sacha Jacqueroud - Chefredaktor
Der Habstettener Adrian Walther verteidigt seinen Vorjahressieg.

Foto: SJ

Einfach erklärt
Die Schwingsaison geht los. An zwei Schwingfesten in Rüschegg und in Plaffeien zeigen einige Favoriten ihr Können. Aber auch Nachwuchstalente. Man merkt, dass gute Jungschwinger nachkommen. Auch die «Grossen» starten stark.
Das Wislisau Schwinget und der Auftakt in Plaffeien liefern früh in der Saison packende Geschichten: Zwei Ungeschlagene sorgen für hochklassige Duelle, während junge Talente mutig auftrumpfen. Am Ende stehen die grossen Namen im Mittelpunkt – doch die eigentlichen Gewinner sind die vielen neuen Gesichter im Sägemehl.

Es sind diese ersten Regionalfeste in der Saison, die dem Schwing-sport eine besondere Würze verleihen. Nah dran am Geschehen, getragen von der Begeisterung des Publikums, entstehen Geschichten, die weit über Ranglisten hinausgehen. Das Wislisau Schwinget mit rund 1000 sowie das Abendschwinget in Plaffeien mit rund 1500 Zuschauerinnen und Zuschauern zeugen vom grossen Interesse in der Region umso mehr in diesem Frühjahr, wo lokale Hoffnungsträger oder aufstrebende Talente für Furore sorgen.

Im Zentrum stehen zunächst die grossen Namen. Fabian Staudenmann und Michael Moser reisen als Ungeschlagene in die Wislisau an und bleiben es auch. Gleich im ersten Gang treffen sie aufeinander – und später erneut im Schlussgang. Beide Duelle enden gestellt, doch sie liefern dem Pu-blikum ein intensives Kräftemessen auf höchstem Niveau. Nutzniesser dieser Konstellation ist Adrian Walther: Trotz einer Niederlage gegen Staudenmann bleibt er ansonsten makellos und verteidigt seinen Vorjahressieg. Für Staudenmann kein Problem, denn eine Woche zuvor gewinnt er souverän das Abendschwinget in Plaffeien, trotz vier Eidgenossen vor Ort.

Doch diese Feste leben nicht nur von den Eidgenossen. Es sind vor allem die jungen Schwinger, die für frischen Wind sorgen. Der 20-jährige Loris Berger etwa beeindruckt mit einem vierten Rang in der Wislisau. Obwohl er gegen Walther und Moser verliert, zwingt er beide zu grossem Aufwand und gewinnt seine übrigen Gänge souverän. Ähnlich stark tritt Nicolas Zimmermann auf: Der Riggisberger fordert Staudenmann heraus und gewinnt vier seiner sechs Gänge; am Schluss belegt er punktgleich mit Berger Rang vier.

Auch im Sensebezirk wächst eine vielversprechende Generation heran. Leon Pellet, Sohn von Schwinglegende Hans-Peter Pellet, überzeugt mit spektakulärem Stil und viel Mut. Seine Niederlagen gegen die Eidgenossen ändern nichts am positiven Eindruck. Gleiches gilt für Tobias Lauper, der sich ebenfalls gegen die Spitzenleute behauptet und mit offensivem Schwingen auffällt.

Bereits beim Saisonauftakt in Plaffeien zeichnen sich diese Entwicklungen ab. Im Schlussgang gegen Staudenmann steht der aufmüpfige Silvan Zbinden. Der Sensler fordert den Favoriten lange und sorgt für Begeisterung beim Heimklub. Dahinter überrascht der Giswiler Roman Zumstein mit Rang zwei, nachdem er unter anderem Eidgenosse Lario Kramer bezwingt.

Auch im Sensebezirk machen die Schwarzenburger auf sich aufmerksam: Nicolas Zimmermann bleibt ungeschlagen und klassiert sich im vorderen Feld, während Tobias Lauper ebenfalls ohne Niederlage bleibt. Ergänzt wird das Bild durch zahlreiche starke Nachwuchsleistungen, welche sowohl den Schwingklub Schwarzenburg als auch den Schwingklub Sense erfreuen. Etwa von Damian Zbinden oder Jerôme Overney – die zeigen, wie breit die Basis im Schwingsport aufgestellt ist.

So erzählen die ersten Feste der Saison eine klare Geschichte: Die etablierten Grössen liefern, doch der Nachwuchs drängt mit Nachdruck nach vorne. Zwischen ungeschlagenen Favoriten und hungrigen Talenten entsteht ein Spannungsfeld, das den weiteren Saisonverlauf prägen dürfte. Wislisau und Plaffeien liefern damit nicht nur Resultate, sondern vor allem eines: einen vielversprechenden Auftakt voller Geschichten, die gerade erst begonnen haben.

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