Angekommen in der Elite

Kurt Heilinger
Tim Schlapbach: Erfolgreich von Bethlehem bis Bangkok.

Foto: zvg

Einfach erklärt
Tim Schlapbach ist ein erfolgreicher Muay-Thai-Kämpfer. Er stammt aus Bethlehem. Seit einem halben Jahr lebt er in Bangkok. Dort trainiert er und kämpft im «Tempel» des Muay Thai.
Der thailändische Kampfsport «Muay Thai» erfreut sich in der Schweiz steigender Popularität – nicht zuletzt dank der internationalen Erfolge des gebürtigen Bethlehemers Tim Schlapbach. Nachdem er vor zwei Jahren bei den Muay-Thai-Weltmeisterschaften in Griechenland Amateur-Vize-Weltmeister geworden war, lebt und trainiert er seit November 2025 als Profiboxer in Bangkok, wo er im legendären Rajadamnern Stadium bislang vier Kämpfe gewonnen hat. Im Interview spricht er über seinen Aufstieg in die Elite der internationalen Muay-Thai-Kämpfer.

Tim Schlapbach, wie sieht Ihr Alltag in Bangkok aus?

Ich lebe hier seit November 2025. Zurzeit benötige ich alle meine finanziellen Mittel, um hier meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Vor einem Wettkampf trainiere ich von Montag bis Samstag täglich fünf bis sechs Stunden. Zwischen den Trainings und am Abend arbeite ich remote im Marketing. Der Sonntag ist mein Ruhetag und Haushaltstag, an dem ich öfters noch Dinge für die Arbeit fertigstelle, für die während der Woche keine Zeit blieb.

Wie viele Kämpfe haben Sie als professioneller Muay-Thai-Boxer bestritten?

Im Rajadamnern Stadium, dem Tempel des Muay-Thai-Boxens, habe ich bislang vier Kämpfe siegreich bestritten – den letzten vor kurzem gegen Javad Dashangi im Rahmen der Rajadamnern World Series RWS. Die RWS-Kämpfe können übrigens live auf YouTube oder DAZN gestreamt werden. Wer Einblicke in meine Karriere bekommen möchte, kann mir auf Instagram unter @ninetimnine folgen. 

Wie haben Sie es geschafft, in der Rajadamnern World Series mitzukämpfen?

Ich habe bereits mehrmals im Rajadamnern Stadium gekämpft, wodurch die RWS-Promoter auf mich aufmerksam geworden sind. Da das «Superbon Training Camp», in dem ich trainiere, in stetigem Austausch mit den Promotern steht, erhielt ich Anfang März die Chance, kurzfristig bei der RWS einzuspringen.

Welches sind Ihre weiteren Ambitionen?

Dieses Jahr will ich mich in der Rajadamnern World Series eta-blieren, einen festen Vertrag und damit auch bessere Gagen erhalten. Dies mit dem Ziel, in Bangkok zu bleiben und mich noch stärker aufs Training fokussieren zu können. Längerfristig möchte ich gegen die besten Kämpfer der Welt antreten. In meiner Gewichtsklasse – dem Super-Middleweight bis 76,2 kg – gibt es zurzeit keine Titel zu holen. Ich hoffe jedoch, dass sich dies in absehbarer Zeit ändert.

Wird man Sie bald einmal in der Schweiz kämpfen sehen?

Ende September werde ich beim «Rajadamnern Switzerland»-Event in Bern kämpfen und somit für ein paar Wochen zurück in die Schweiz kommen. Ich bin immer noch eng verbunden mit dem Wing-Thai-Gym in Bümpliz und stehe in regelmässigem Kontakt mit meinem Coach Franz Schmutz und den Leuten aus dem Gym, welche mittlerweile zu meinem engsten Umfeld gehören.

Internationaler Muay-Thai-Event erstmals in Bern
Der Plakat-Entwurf zum grossen Rajadamnern-Switzerland-Event kursiert bereits im Internet. Tim Schlapbach wird am 26. September Leroy Luperón, World Champion der Mittelgewichsklasse, herausfordern. Schlapbachs langjähriger Coach Franz Schmutz erklärt, wie es gelungen ist, den grossen Muay-Thai-Event nach Bern zu holen: «Ich kenne seit vielen Jahren den Schweizer Rajadamnern-Weltergewicht-Champion Daniel Rodriguez, der zusammen mit Tim Schlapbach in Bangkok im «Superbon Training Camp» trainiert. Seinem Trainer Dado Irmici ist es zu verdanken, dass nun Ende September in der Sporthalle Wankdorf Bern der Rajadamnern Switzerland über die Bühne gehen wird. Alle namhaften Promoter aus Thailand werden anreisen und man wird sehen, ob der Muay-Thai-Event künftig regelmässig in der Schweiz durchgeführt wird.»

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