Vergangenen Samstag wurde im Kulturgut Bümpliz das einjährige Jubiläum der Vita B CafeBar gefeiert. Ab 16 Uhr konnten Freunde und Interessierte dem Fest beiwohnen und wurden anschlies-send mit Tanz und Musik unterhalten. Die Gründerinnen und Gründer blicken auf ein ereignisreiches Jahr mit vielen Erfolgen und einigen Hürden zurück.
Von der Idee zum eigenen Café
Anfang 2025 suchte Su Lizano eigentlich ein Yogastudio und besichtigte den Dachstock des Kulturguts neben der reformierten Kirche in Bümpliz. Vor Ort erfuhr sie, dass im Erdgeschoss eine Cafébar geplant sei. Der Raum war damals leer, die Idee noch vage. Sie nahm den Impuls mit, erstellte ein Konzept und veranstaltete einen Mitwirktag, an dem sich alle Interessierten einbringen konnten. So entstand ein Kreis von Personen, die gemeinsam das Projekt angehen wollten. Im April 2025 gründeten sie den Verein Vita B.
Nach der Gründung folgte die Aufbauarbeit: ein Bankkonto, Verträge, Anschaffungen. Die Holztheke und die Wände stammen von der Stiftung B, doch Maschinen, Inventar und Geschirr beschaffte der Verein selbst. Besonders intensiv diskutierten sie alles rund um den Kaffee. Welchen Kaffee möchten sie verwenden? Welche Maschine eignet sich für ihren Betrieb? Welche Mühle ist die beste? Das heutige Sortiment spiegelt die Vorlieben und Erfahrungen der Mitarbeitenden wider. Für Su Lizano und den Vorstand ist zentral, dass alle mitreden und Verantwortung übernehmen können.
Zu den prägenden Personen gehört Daniel Knöpfel, gelernter Koch, später in einer Bäckerei tätig und heute neben der CafeBar ebenfalls im Kaffilade des Rüttihubelbads in Walkringen engagiert. Su Lizano selbst war Sportlehrerin, studierte Ethnologie und arbeitet heute als Projektleiterin für Kinderferienlager beim Schweizerischen Arbeiterhilfswerk (SAH). Die CafeBar beschreibt sie als ihr Herzensprojekt. Sie vergleicht es mit einem Baby: «Nach dem ersten Jahr sind wir aus der intensivsten Phase heraus. Jetzt beginnt die Kleinkindphase. Wir können anfangen, damit zu spielen.»
Mitreden und mitgestalten
Was Vita B besonders macht: Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten nicht nur im Café, sondern wirken im Vorstand und gestalten den Betrieb aktiv mit. Zwei Personen sind fest angestellt, der Rest des Teams arbeitet freiwillig. «Weil es freiwillig ist, soll es Freude machen», sagt Daniel Knöpfel. Der Verein ist nicht gewinnorientiert; mit den Einnahmen aus dem Café und der Unterstützung von Partnerorganisationen deckt er die Löhne der Festangestellten und ermöglicht Investitionen. Vita B steht für Beziehungen, Belebung und bunte Vielfalt – Werte, die den Alltag im Café prägen.
Ein Ort für Begegnungen
Die Vita B CafeBar öffnet ihre Räume auch für kleine Feste, musikalische Abende oder spontane Treffen. Vieles davon hat bereits stattgefunden, weiteres ist geplant. Seit Sommer gibt es Empanadas und Galettes, die vorproduziert und bei Bedarf frisch bereitgestellt werden. Dazu kommen Eis, Softdrinks und Wein. Daniel Knöpfel erzählt, dass ein Weihnachtsessen, das bei ihnen in der CafeBar veranstaltet wurde, besonders in Erinnerung geblieben ist. Ein Koch aus dem Hotel Bern kam mit vorgekochtem Essen, das in einigen Wägeli warmgehalten, schön angerichtet und serviert wurde. Das habe ihn sehr beeindruckt.
Die Zusammenarbeit in einem vielfältigen Team erfordert manchmal Geduld und neue Lösungen. Doch für alle steht im Vordergrund, dass sie sich sicher fühlen, mitwirken und einen Platz haben können. Su Lizano sieht klar, dass es den Mitarbeitenden einen Mehrwert bietet, eine Aufgabe zu haben. Alle gehen mit viel Freude ihrer Arbeit nach. Der Betrieb wird jeweils zu zweit aufgenommen. Dabei greifen sie einander unter die Arme und helfen, wenn es einmal nicht rundläuft. Die CafeBar kann man von Mittwoch bis Sonntag besuchen. Montags und dienstags ist sie geschlossen.