Die unsichtbaren Arbeitsbienen

Nadia Berger
Von Nadia Berger - Redaktorin
Nicole Gfeller und Lia Wyss.

Foto: zvg

Einfach erklärt
Immer Mitte August gibt es die Bümplizer-Chilbi. Es ist ein grosses Fest für den ganzen Stadtteil. Nicole Gfeller und Lia Wyss helfen beide im Organisationskomittee mit.
Die Bümplizer-Chilbi steht vor der Tür – und Menschen von jung bis alt warten voller Vorfreude auf das jährliche Event. Damit dieses möglich ist, arbeiten im Hintergrund viele Beteiligte eifrig mit. Zwei davon sind Lia Wyss und Nicole Gfeller.

«Die Arbeit im Verein mache ich aus Freude – und weil ich am Schluss die strahlenden Gäste sehe», erklärt Lia Wyss. Zudem sei der Einsatz für die Chilbi eine gute Sache für das Gemeinwohl, auch wenn er viel Aufwand bedeutet. Seit drei Jahren hilft Wyss mit, das Fest kommunikativ nach aussen zu präsentieren. Sie konzipierte das Rebranding, die neue Webseite sowie den Social-Media-Auftritt und zeichnete das neue Logo gleich selbst. «Es kommen immer wieder neue Baustellen dazu, die es zu beheben gilt.»

Durch ihre Ausbildung an der Hotelfachschule hat sich Wyss intensiv mit Marketing beschäftigt. Als Präsident Kevin Bachofner, den sie von der Arbeit beim Sportgastro kannte, sie immer wieder fragte, ob sie nicht Teil des Vereins werden wolle, liess sie sich schliesslich überzeugen. «Wenn ich etwas tue, dann von A bis Z und richtig – mit Struktur und Konzept. Ich wusste von Anfang an, dass ich keine halben Sachen machen will», erklärt sie. Auch wenn das natürlich mit einem noch grösseren Zeitaufwand verbunden ist, den sie neben der Leitung eines Cateringbetriebs auf sich nehmen muss. «Events sind meine Leidenschaft. Deshalb gibt mir die Mitarbeit an der Bümplizer-Chilbi auch so viel zurück.»

Ganz anders, aber nicht weniger intensiv, sieht das Engagement von Nicole Gfeller aus, das bereits seit März 2003 andauert – als sie ihr erstes Protokoll für den Verein schrieb. Damals half sie am Infostand, arbeitete ab 2006 schliesslich an der Bar und dekorierte diese zusammen mit ihrem Partner jahrelang passend zu wechselnden Mottos, von Seemännern bis zu den 80er-Jahren, und stets passend verkleidet. «Das gibt es nun nicht mehr, es ist aber eine besonders schöne Erinnerung. Viele Leute aus dem Quartier versuchten jeweils das ganze Jahr über herauszufinden, welches wohl das nächste Motto sein würde», erinnert sich Gfeller.

Heute hilft sie überall dort aus, wo sie gebraucht wird. Seit 2023 unterstützt sie den Kassier in der Buchhaltung und organisiert, zusammen mit dem Präsidenten, seit letztem Jahr auch die Eröffnungsfeier: Tische dekorieren, Gäste begrüssen, Sponsorinnen, Schausteller sowie Komitee und Vorstand einladen. «Ich habe viele Fäden in der Hand und die Pendenzenliste im Überblick», beschreibt Gfeller. Über die Jahre hat sie, besonders nach dem Präsidiumswechsel, viel Einblick in die zunehmend transparenteren Vereinsstrukturen erhalten. «Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, sondern einzelne Highlights herauspicken, auf die wir uns fokussieren. Beispielsweise haben wir das Festzelt gedreht, damit es offener wirkt, oder organisiert, dass es auch am Sonntagabend ein Konzert gibt, das Besuchende anzieht.» Neue Sponsoren ermöglichen dies. «Das ist jedoch nicht mein Verdienst, sondern der des Präsidenten Kevin Bachofner», betont Gfeller. Lange arbeitete sie vor allem im Hintergrund mit, auch während der Chilbi. Dieses Jahr möchte sie wieder näher bei den Gästen sein. «Ich will wieder an die Front, mit den Leuten sprechen. Wie wir es genau aufteilen, ist aber noch offen. Wir werden sehen», sagt sie mit einem Lachen.

Was beide Frauen eint, ist neben ihrem Engagement für dieselbe Sache die Freude am gemeinsamen Wachsen im Vorstand und Komitee. Früher engagierten sich vor allem ältere Mitglieder, heute zeichnet sich ein Generationenwechsel ab: Mit Bachofner und Wyss gehören inzwischen auch jüngere Personen zum Team. «Junge Leute zu gewinnen, ist nicht einfach – auch deshalb das Rebranding, um für sie attraktiver zu werden. Aber das braucht seine Zeit», so Lia Wyss. Es freue sie jedes Mal sehr, wenn jüngere Personen sie auf den Web-Auftritt ansprechen. «Denn es zählen ja nicht die Likes, sondern die Reaktionen im echten Leben.» Auch für Nicole Gfeller ist der Anlass jedes Mal etwas Spezielles – besonders, weil sie selbst seit 26 Jahren in Bümpliz lebt. «Für mich ist das Quartier Heimat. Und für die packe ich sehr gerne mit an.» Denn Mithelfen gebe ihr mehr, als nur zu konsumieren. «Dafür haben wir schliesslich die Fasnacht oder den Gurten», ergänzt sie schmunzelnd.

GEKENNZEICHNET:
Teile diesen Artikel

Neue Beiträge

Nicht nur schöne Erinnerungen

Lange ist es her, seit der SC Bümpliz 78 in der Nationalliga B spielte und dem stolzen FC Basel auf der Bodenweid ein 0:0 abtrotzte. Der 8. November 1992 ging…

10 Min. zum Lesen

Die Kegel wanken

Die laufenden Schweizermeisterschaften in Heimberg sind geprägt von Wettkampf und geselligem Beisammensein.…

5 Min. zum Lesen

Einstein – oder besser «die Einsteins»?

Vor langer Zeit lernte ich in der Schule, dass Albert Einstein ein…

3 Min. zum Lesen

«Bitte werft nichts aus dem Auto»

Zufällig im Migros-Restaurant Westside angetroffen – bei einer Gluthitze draussen: vier Leute…

5 Min. zum Lesen

Ein Jahrzehnt Ekstase

Zehn Jahre lang wurde auf der Hueb in Frauenkappelen getanzt und gefeiert.…

4 Min. zum Lesen