«Eine Sportanlage muss mehr bieten als einen finanziellen Rückfluss für diejenigen, die sie gebaut haben.» Das ist die Einschätzung von Nik Jud, dem Mitgründer und -betreiber der Trendsporthalle Unik Playground, zum sozialen Wert einer Sportanlage. «Dieser beginnt bereits in unserer Rolle als Arbeitgeber, in der wir soziale Werte erzeugen wollen. Beispielsweise für Schülerinnen und Schüler, die bei uns in Ferienjobs sind. Oder für junge Leute in einem Sportstudium, die hier ihre Projekte umsetzen und so die ersten Schritte in der Arbeitswelt machen können.» Der Austausch unter Menschen als Teil der sozialen Faktoren, die unseren Lebensstil prägen, werde künftig noch viel essenzieller, ist Jud überzeugt, insbesondere durch die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz. Diese Haltung basiert auch auf den Erkenntnissen einer Weiterbildung seines Geschäftspartners an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen.
Nutzen höher als Investition
In seiner Abschlussarbeit beleuchtet Phil Bonadimann den gesellschaftlichen Nutzen einer Trendsporthalle. Aus seiner Sicht ist es sinnvoll, wenn privatwirtschaftliche Betreiber und die öffentliche Hand gemeinsam Möglichkeiten prüfen, um die Angebote der Bevölkerung zugänglicher zu machen. Hauptsächlich befasst sich die Studie mit der Frage, wie sinnvoll Investitionen in Sportstätten sind. Dies geschieht durch Anwendung des sogenannten SROI-Verhältnisses (Social Return on Investment), also dem Rückfluss des investierten Geldes. Dieses Bewertungsinstrument berücksichtigt nicht nur finanzielle, sondern auch soziale und gesundheitsrelevante Auswirkungen und stellt diese in Geldwerten dar. Gemäss der Studie, deren Basisdaten in einer Onlineumfrage unter den Gästen der Trendsporthalle erhoben wurden, weist die Anlage nach dem ersten Jahr ihres Bestehens bereits ein positives SROI-Verhältnis aus; der gesellschaftliche Nutzen ist demzufolge höher als der investierte Betrag.
Integration durch Austausch
Diesen Wert ordnet Nik Jud unter anderem dem gesteigerten physischen und psychischen Wohlbefinden zu: «Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Dazu kommt der soziale Wert der gesellschaftlichen Teilhabe. In einer Sportanlage ist der Mensch ständig im Austausch mit anderen und die Gefahr der Vereinsamung ist kleiner.» In solchen Erkenntnissen sieht Jud den Mehrwert für die Allgemeinheit durch Sportanlagen mit einem niederschwelligen Angebot. Auch anstehende Projekte der Betreiber des Bewegungsparks folgen dieser Logik. Beispielsweise ein Anlass, der Grosseltern mit ihren Enkeln ins Zentrum rückt. Oder die Idee, dass Altersheime das Seniorenturnen dereinst in ihrer Anlage durchführen. Bereits jetzt wird die Halle genutzt von geflüchteten Menschen, die im Projekt «Sportegration» mitmachen. Dieses Programm nutzt den Sport als Mittel für eine erfolgreiche Integration.
Zugang für alle ermöglichen
Der Bauernsohn, aufgewachsen mit fünf Geschwistern, kennt die Situation, dass für viele Menschen nicht immer alles erschwinglich und zugänglich ist. Für ihn und seinen Partner war es seit der Gründung eine selbstverständliche Ehrensache, Angebotspartner des Caritas-Projektes «KulturLegi» zu sein. Der Ausweis bietet Menschen mit schmalem Budget vergünstigten Zugang in den Bereichen Kultur, Sport und Bildung. Die Angebotspartner reduzieren für die Berechtigten die Eintrittspreise und leisten dadurch einen sozialen Beitrag für die Gesellschaft. «Wer Geld verdient», sagt Nik Jud dazu, «kann auch etwas weitergeben». Das sei eine der Verantwortungen als Bürger und Unternehmer, findet er, und ergänzt: «Solches macht schlussendlich eine gute Gesellschaft aus. Eine Gesellschaft, die jedem Menschen seinen Platz bietet.»
«KulturLegi»
Zu einer KulturLegi ist berechtigt, wer Unterstützungsleistung erhält oder über ein geringes Einkommen verfügt. Im Kanton Bern gewähren etwa 800 Institutionen und Unternehmen mit der «KulturLegi» Rabatte auf ihren Angeboten. Es ist ein persönlicher, nicht übertragbarer Ausweis für Erwachsene und Kinder ab 5 Jahren.