Unfair oder völlig richtig?

Sacha Jacqueroud
Von Sacha Jacqueroud - Chefredaktor
Macht viel für die Gesellschaft: die ev.-ref. Kirche in Bethlehem.

Foto: zvg

Einfach erklärt
KMU zahlen Kirchensteuern. Ist das gerecht? Ein politischer Vorstoss wollte dies ändern und scheiterte. Nun gibt es einen Bericht des Regierungsrats, der wenig aussagt.
Vor rund zwei Jahren befand der Grosse Rat, dass die Firmen weiterhin Kirchensteuern bezahlen sollen. Der Regierungsrat sollte jedoch einen Bericht ausarbeiten, aus dem hervorgeht, wie man dies abschwächen, abfedern oder anpassen könnte. Nun liegt er vor und stösst nicht nur auf Freude.

«Juristische Personen werden gegenüber Privatpersonen bei der Kirchensteuer benachteiligt», resümiert der Handels- und Indus-trieverein des Kantons Bern auch nach dem Bericht des Regierungsrats. Dem HIV wäre ein freiwilliges Modell lieber. Schweizweit wird eine solche Lösung immer mal wieder diskutiert, und schnell wird auch die klare Trennung zwischen Kirche und Staat als Teilbegründung herangezogen. Die Pflichtabgabe für Gewerbe und Firmen stammt aus dem Jahr 1939. Ein alter Zopf? «Das passt nicht mehr in eine moderne Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung», schreibt der HIV in einer Medienmitteilung dazu.

Und was sagt der Bericht? Der Regierungsrat bleibt vage – eine echte Auslegeordnung mit klaren Modellen sieht anders aus. Doch das hat seine Gründe. Die Kirchen leisten herausragende Arbeit im sozialen Bereich und übernehmen auch Aufgaben, die sonst der Politik zufallen und anderweitig Kosten verursachen würden. Die Kirche aber ist schon mitten in diesen Engagements drin. Mehr noch: Man könnte durchaus vielleicht manche kantonale Sozialstelle infrage stellen, weil es das Pendant bei der Kirche bereits gibt. Doppelspurigkeiten im sozialen Bereich gibt es viele. Doch das ist eine andere «Baustelle». Vorerst bleibt die Kirchensteuer für Firmen bestehen – zur Enttäuschung der Unternehmervereinigungen.

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