Ein Bach als Perle der Bundesstadt

Sacha Jacqueroud
Von Sacha Jacqueroud - Chefredaktor
Die Pokalübergabe an die Gemeindevertreter.

Foto: zvg/Markus Zurbuchen

Einfach erklärt
Die Gewässerperle Plus wird vom Verein Gewässerperle in Zusammenarbeit mit dem WWF und einer Jury verliehen. Ziel ist es, die letzten unberührten Bäche und Flüsse der Schweiz wertzuschätzen und zu schützen.
In Bern West kennt man ihn: Der Gäbelbach gehört zu neun Schweizer Gewässern, die dieses Jahr vom Verein Gewässerperlen und dem WWF gewürdigt wurden. Er weist für einen Mittelland-Bach ungewöhnlich viele natürliche Streckenabschnitte auf.

Nur einen Katzensprung von der Stadt Bern entfernt fliesst der Gäbelbach praktisch ungestört als kleines Bächlein von seinem Ursprung in der «Heitere» durch den Forst bei Niederwangen. Weiter flussabwärts prägt er ab Riedbach bis zur Murtenstrasse das Gäbelbachtal durch seinen schlängelnden, natürlichen Gewässerlauf. Auch im unteren Abschnitt gibt es lange frei fliessende Strecken und im Mündungsbereich in den Wohlensee besteht ein natürliches Delta. Der Gäbelbach wird für das Label «Gewässerperle Plus» nominiert und gewinnt. Der extra angefertigte Steinpokal wurde vor Ort feierlich an die Anrainergemeinden Bern, Frauenkappelen, Mühleberg sowie Neuenegg und den lokalen Verein NaturBernWest übergeben. Natürliche sowie lebendige Flüsse und Bäche sind in der Schweiz selten geworden. Die meisten Fliessgewässer sind verbaut, begradigt oder durch Staudämme zerstückelt. Nur knapp
4 % sind noch in einem natürlichen Zustand. Solche Gewässer sind wahre Hotspots der Biodiversität und für Mensch sowie Natur unentbehrlich. Darum ehren der Verein Gewässerperlen und der WWF solche Flüsse und Bäche und das Engagement der Akteure vor Ort. 

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