In einem Punkt hat der Regierungsrat recht: Die Bedrohung der asiatischen Hornisse ist in der Tat eine von nationalem Ausmass. Dazu muss man nur die Schäden in Spanien oder Frankreich begutachten. Die eingeschleppte Art kennt in unseren Breitengraden keine natürlichen Feinde, wartet schwebend wie ein Hubschrauber vor dem Flugloch der Bienen und tötet diese reihenweise. Aufgrund der Nestgrösse ist sie in der Lage, rasend schnell ganze Populationen auszulöschen. Die Suche nach den Nestern der Hornisse gestaltet sich überdies schwierig, weshalb die Imker des Kantons Alarm schlagen. Grossrat André Roggli (die Mitte) hat deshalb eine Motion eingereicht. Doch der Regierungsrat will diese in ein Postulat umwandeln und meint, das sei eine nationale Aufgabe. Nun denn, der Nachbarkanton Aargau sieht das anders und investiert 13 Mio. Franken in die Bekämpfung. Ihm gleich tut es auch Genf und Jura. Nur in Bern sind die Bienen auf sich alleine gestellt – insbesondere die Wildbienen. Das ärgert Grossrat Roggli, weshalb er an der Motion festhalten will – mit Unterstützung der ganzen Bauernlobby.
Die etwa 3 cm grosse asiatische Hornisse.
Foto: zvg
Einfach erklärt
Die asiatische Hornisse bedroht die Bienen. Sie ist eingeschleppt. Nun soll der Kanton Bern helfen, die Nester zu entdecken und zu vernichten. Doch dieser zögert, weshalb Grossrat André Roggli (die Mitte) sich wehrt.
Es gibt eine ganze Reihe an Standard-Ausreden. Politisch ist eine davon im Kanton Bern oft jene, dass sich ein Thema eben nur national lösen liesse – etwa im Asylwesen, das ja schliesslich Bundessache sei. Das ist es laut Sicht des Regierungsrats auch, wenn die Bienenpopulation bedroht ist.
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