Ein Ort in Bümpliz exklusiv für Mädchen und junge Frauen

Noch nie war Jugendarbeit wichtiger

Thomas Bornhauser
Nina von Siebenthal brennt für ihren Beruf.

Foto: BO

Einfach erklärt
Nina von Siebenthal absolviert ihre Ausbildung bei der Höheren Fachschule für Gemeindeanimation. Sie arbeitet zu 50 % im Modi*hus Bienzgut.
Nina von Siebenthal absolviert ihre Ausbildung an der Höheren Fachschule für Gemeindeanimation und arbeitet zu 50 % im Modi*hus Bienzguet für die toj Bern. Rasch kommt man im Gespräch zur Erkenntnis, dass der Begriff Gemeindeanimation wenig bis gar nichts mit dem Beruf des Animators in einem Ferienresort gemeinsam hat.

Beschränken wir uns zum Beispiel auf den Einsatz von Nina von Siebenthal im Modi*hus Bienzgut (toj). Gelernt hat sie an der BFF ursprünglich Fachfrau Betreuung Kinder, hat entsprechend auch in Kitas gearbeitet, wo sie sehr schnell gemerkt hat, dass dieser Aufgabenbereich – mit Menschen für Menschen – ihrem Naturell entspricht. Beim Vorpraktikum im Jugendkulturzentrum «new-graffiti» im Wyler-Quartier wurde Nina von ihrer Praktikumsbegleiterin bestärkt, ihrem Wunsch nachzugehen, sich beruflich im niederschwelligen Bereich zu engagieren. Wie muss man sich  denn den Kontakt mit den Jugendlichen vorstellen? «Es gibt kein Vorstellungsgespräch», lacht sie, «die Jugendlichen wissen, dass es uns gibt, dass sie sich an uns wenden können, ohne dass sie ausgefragt werden, das wäre kontraproduktiv.» Das Wissen um das Modi*hus ist kein Zufall. Die toj-Mitarbeitenden suchen an verschiedenen Orten den Kontakt zur Zielgruppe. Zum Teil mit Besuchen an Schulen, im öffentlichen Raum oder auch durch Mund-zu-Mund-Werbung unter den Jugendlichen selbst.

«Unterstützung für die Zielgruppe»

«Die Jugendlichen kommen aus den verschiedensten Gründen bei uns vorbei», sagt Nina von Siebenthal. Wichtig sei, dass sie sich wohlfühlen. «Um auf Augenhöhe mit den Jugendlichen kommunizieren zu können, müssen wir ihre Trends kennen, ihre neuesten Ausdrücke – und diese ändern sich alle paar Monate…», so die selbst erst 23-Jährige. Die Beziehungsarbeit findet auf verschiedenen Ebenen statt. «Unsere Gespräche haben immer einen pä-dagogischen Hintergrund, entsprechend ist auch unsere Ausbildung formell oder eher informell, je nach Situation. Professionalität ist auch bei uns zentral.» Die Vernetzung mit allen möglichen Institutionen im Sozialraum ist für die Jugendarbeit von grösster Bedeutung, nicht bloss für das Modi*hus Bienzgut. Das beginnt bei Klassenlehrpersonen über Elternräte und kann bis zur Jugendanwaltschaft gehen. Immer im Zentrum: die Unterstützung und Förderung von Jugendlichen in zum Teil schwierigen Lebensumständen.  Noch nie war Jugendarbeit wichtiger als heute.

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