Zwar sind die Mannschaftserfolge in den letzten Jahren mehrheitlich ausgeblieben, doch immer wieder schafften Spieler aus dem Tscharnergut oder dem Kleefeld den Sprung in die Nationalliga A, in die Nationalmannschaft und sogar ins Ausland. Toni Pagano (YB), Maurizio Jacobacci (YB, Xamax, Servette, St. Gallen, Lausanne), Alain Sutter (YB, GC, Nürnberg, Bayern München, SC Freiburg), René Sutter (YB, Aarau), Baykal Kulaksızoğlu (YB, GC, Thun, Basel, Köln, Karşiyaka SK, Lokomotive Sofia), Gregory Wüthrich (YB, GC, Perth Glory, Sturm Graz). Kwadwo Duah (YB, Xamax, Winterthur, Servette, St. Gallen, Nürnberg, Ludogorets Rasgrad), Oliver Mambwa (YB, Thun) und auch die kürzlich zurückgetretene FIFA-Spitzenschiedsrichterin und ehemalige Nationalspielerin Désirée Blanco-Grundbacher startete ihre Karriere im FC Bethlehem. Der Boden in Bümpliz und Bethlehem scheint also durchaus fruchtbar zu sein, was das Heranwachsen von Fussballtalenten betrifft.
Der einst so erfolgreiche SC Bümpliz will nach drei Jahren in der 3. Liga die Rückkehr in die 2. Liga regional schaffen. Hohe Ziele steckt man sich auch im FC Bethlehem. Man will besser abschneiden als im Vorjahr. Ähnlich ist die Ausgangslage im SC Thörishaus, der mit einem neuen Trainergespann einen Platz im vorderen Mittelfeld anstrebt. Beim SC Holligen 94 hat man sich seriös vorbereitet, die Frauen streben im Cup eine erfolgreiche Reise an.
Die Fragen an die Trainer
1. Welche Ziele haben Sie sich für die kommende Saison gesteckt?
2. Wie haben Sie sich auf die Saison vorbereitet?
3. Gab es im Kader Veränderungen?
4. Worauf legen Sie im Spiel Ihrer Mannschaft besonderen Wert?
Egzon Tishuku
SC Bümpliz 78, 3. Liga, Gruppe 2
Vorjahr: 3. Liga, Gruppe 2, Platz 6, 22 Spiele/40 Punkte
1. Wir haben uns den Aufstieg in die 2. Liga regional zum Ziel gesetzt.
2. Die Sommervorbereitung ist kurz ausgefallen. Viele Spieler waren in den Ferien, andere haben jedoch den ganzen Sommer weitertrainiert. Wir haben einige Testspiele absolviert, wobei nicht immer alle Spieler im Einsatz stehen konnten. Neu trainieren wir dreimal pro Woche, so dass wir den Rückstand hoffentlich schnell aufholen können.
3. Wir haben einige Neuzugänge. Der Kern unseres Kaders ist zusammengeblieben, und wir haben uns nur punktuell verstärkt. Gleichzeitig gibt es Abgänge: Zwei Spieler haben ihre Karriere beendet, ein Spieler hat den Verein gewechselt.
4. Unser Fokus liegt auf Ballbesitz und Spielkontrolle. Wir möchten nicht nur gewinnen, sondern auch das Spiel aktiv bestimmen.
Mathias Streit und Alessandro Habegger
SC Thörishaus, 3. Liga, Gruppe 2
Vorjahr: 3. Liga, Gruppe 3, Platz 9, 22 Spiele/23 Punkte
1. Wir wollen die Saison im vorderen Tabellenmittelfeld abschliessen.
2. Wir haben ein Testspiel gegen den FC Schüpfen gespielt sowie am Vorbereitungsturnier des FC Sternenberg teilgenommen. Wir konnten sämtliche Spiele gewinnen.
3. Wir setzen auf unsere Jungen. Deshalb wurde mit Timo Burri ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen. Neu spielt mit Borys Klimczewski ein ehemaliger Halbprofi aus Polen in unserem Team. Besonders freut uns, dass mit Milo del Piano der Torschützenkönig der letztjährigen Meisterschaft eine weitere Saison in Thörishaus spielt.
4. Wir legen Wert auf offensiven und dynamischen Fussball.
Luca del Piano
FC Bethlehem, 3. Liga, Gruppe 4
Vorjahr: 3. Liga, Gruppe 2. Platz 10, 22 Spiele/14 Punkte
1. Wir wollen das bestehende Kader und die neuen Spieler weiterentwickeln und sportlich besser klassiert sein als in der letzten Saison.
2. Die Vorbereitung war nicht optimal, da viele ferienhalber abwesend waren. Trotz allem waren im Durchschnitt 15 Spieler im Training.
3. Wir haben fünf Neuzugänge und etwa gleich viele Spieler, die sich entschieden haben, in die 2. Mannschaft zu gehen.
4. Teamgeist auf und neben dem Platz, Disziplin und Stolz zu sein, für den FC Bethlehem zu spielen.
Marjan Ristic
SC Holligen 94, 4. Liga, Gruppe 3
Vorjahr: 4. Liga, Gruppe 3, Platz 2, 22 Spiele/48 Punkte
1. Unser Ziel bleibt dasselbe wie letzte Saison: Wir wollen um den Aufstieg spielen. Seitens des Vereins ist die Erwartung klar, dass wir uns unter den ersten drei Mannschaften platzieren. Diesen Anspruch haben wir auch an uns selbst.
2. In den ersten drei Wochen lag der Schwerpunkt auf der Fitness. Dabei haben wir bewusst Einheiten mit und ohne Ball kombiniert. Ab der dritten Woche arbeiteten wir gezielter an Passspiel und Timing, Torabschluss sowie Eins-gegen-Eins-Situationen offensiv und defensiv. Danach standen vermehrt Spielformen im Mittelpunkt: Spielaufbau, Überzahlsituationen schaffen und nutzen sowie bei gegnerischem Ballbesitz die richtige Positionierung und das schnelle Umschalten.
3. Wir konnten zwei neue Spieler dazugewinnen. Auch auf der Trainerposition gab es eine Veränderung: Ich habe die Mannschaft diesen Sommer nach einem Jahr Pause wieder übernommen. Da ich alle Spieler bereits gut kenne, war es für mich einfacher, das Kader zusammenzustellen und einzuschätzen.
4. Für mich stehen Zusammenhalt, Verhalten und gegenseitiger Respekt an erster Stelle. Auf dem Platz möchte ich eine Mannschaft sehen, die füreinander arbeitet, als Einheit auftritt und unabhängig vom Resultat unsere gemeinsamen Werte vertritt.
Joshua Schmidli
Sportchef SC Wohlensee, 4. Liga, Gruppe 6
Vorjahr: 4. Liga, Gruppe 6, Platz 4, 22 Spiele/37 Punkte
1. Wir haben uns klar das Ziel Aufstieg gesteckt. Für uns ist es das einzige sinnvolle Ziel, da wir nun bereits die dritte Saison in der 4. Liga spielen.
2. Wir haben eine kurze, aber intensive Vorbereitung gehabt mit einem Testspiel. Das Team ist jung und motiviert, erfolgreich zu sein.
3. Wir hatten einen Abgang und einzelne Zugänge, die meisten aus den B-Junioren. Im Grossen und Ganzen ist das Team aber gleichgeblieben.
4. Wir wollen mit flachen Ballstaffetten in der offensive Zone schnell zum Abschluss kommen. Viel über die Flügel arbeiten und den Gegner auch pressen.
Berkan Idrizi
Frauen SC Holligen 94, 2. Liga
Vorjahr: 2. Liga, Platz 7, 20 Spiele/25 Punkte
1. Unser Ziel ist es, uns als Team kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und eine erfolgreiche Saison spielen. Für mich steht im Vordergrund, dass wir als Team auftreten, füreinander kämpfen und in jedem Spiel alles geben. Wenn wir das schaffen, werden die Ergebnisse folgen.
2. Ich habe das Team Anfang Juni zusammen mit Gerardo La Nave übernommen. Deshalb war es für mich in den ersten Wochen wichtig, die Spielerinnen kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam eine klare Spielidee zu entwickeln. Wir haben die Vorbereitung intensiv genutzt und mit vielen Trainingseinheiten sowie Testspielen an unserer Fitness, unserem Spielsystem und dem Zusammenspiel gearbeitet. Das Team hat von Anfang an hervorragend mitgezogen, und ich bin mit der Einstellung und dem Einsatz der Spielerinnen sehr zufrieden. Man spürt, dass in diesem Team viel Potenzial steckt.
3. Wir haben einige Veränderungen im Kader. Neue Spielerinnen sind zu uns gestossen und haben sich gut integriert. Gleichzeitig haben uns einige Spielerinnen verlassen. Jetzt richten wir den Blick nach vorne und konzentrieren uns auf die Aufgaben, die vor uns liegen.
4. Ich möchte ein Team sehen, das mit Herz, Leidenschaft und Mut Fussball spielt. Einsatz, Disziplin und Teamgeist sind für mich die Grundlage. Jede soll Verantwortung übernehmen und für die Mitspielerin arbeiten. Wenn wir als Einheit auftreten und unsere Stärken auf den Platz bringen, können wir auch gegen starke Gegner bestehen. Unser Fokus liegt auf dem Schweizer Cup. Mit einem 13:0-Sieg beim FC Kirchberg haben wir uns für die Achtelfinals qualifiziert.
Julian Rungweber
Frauen FC Bethlehem, 3. Liga, Gruppe 1
Vorjahr: 2. Liga, Platz 11, 20 Spiele/5 Punkte, Abstieg in 3. Liga
1. Durch die Zusammenlegung unserer beiden Aktivmannschaften verfügen wir über ein sehr junges Team. Unser Hauptziel ist es, die Equipe weiterzuentwickeln, als Einheit zusammenzuwachsen und die Spielerinnen sowohl individuell als auch als Team voranzubringen. Die Resultate sind wichtig, im Vordergrund steht aber die nachhaltige Entwicklung der Equipe.
2. Wir haben uns mit regelmässigen Trainingseinheiten und mehreren Testspielen auf die neue Saison vorbereitet. Der Fokus lag dabei auf Fitness, neuen taktischen Abläufen und dem gegenseitigen Kennenlernen innerhalb der neu formierten Mannschaft.
3. Die grösste Veränderung war die Zusammenlegung unserer beiden Aktivteams. Dadurch entstand ein neues, sehr junges Team, das nun Schritt für Schritt zusammenwachsen und seine Qualität entwickeln soll. Zudem gab es drei Zu- und Abgänge.
4. Mir sind Teamgeist, Einsatzbereitschaft und die Freude am Fussball wichtig. Wir wollen mutig auftreten, füreinander arbeiten und uns als Team weiterentwickeln. Zudem führen wir ein neues Spielsystem ein, bei dem wir den Ball kontrollieren und das Spiel aktiv gestalten wollen. Dabei legen wir grossen Wert auf spielerische Lösungen, eine gute Ballzirkulation und einen konstruktiven Spielaufbau.