Es begann 2017 ganz harmlos am Pubfest in Wichtrach, einem Anlass, an dem der Verein Huebbande aus Frauenkappelen jeweils eine Bar betreibt. Dort kam das Team auf die verwegene Idee, selber auch so eine Party auf der Hueb zu organisieren – und zwar in einem Kuhstall.
Ganz unkompliziert
Es war ein voller Erfolg. Und man beschloss, dieses Hueb Fest jedes Jahr zu veranstalten. Es wurde jeweils ein Festzelt aufgestellt, dreimal sogar ein richtiges Zirkuszelt. Im Verein waren ein Dutzend Verwandte und Leute aus dem Dorf mit Aufbau, Programm und Betrieb beschäftigt. Dazu brauchte es keinen Eventmanager, keine Medienbetreuerin und keinen Sicherheitschef. Alle legten Hand an, wo es gerade nötig war. Die gute Festlaune sprach sich herum und man zählte jedes Jahr mehr Besuchende. Unvergesslich sind die Auftritte von Florian Ast («…löht üs zäme uralt wärde!») und jene der Stubete Gäng mit «örbn Ländler wo tätscht».
Schwerer Stand
Doch in den letzten Jahren hat sich viel verändert. Die Einnahmen aus der Konsumation sind zurückgegangen. Gäste, die einfach kommen, um sich «d’Lampe z füue» und dann noch mit dem Traktor über die Felder nach Hause fahren, die gibt es nicht mehr. Klar fliesst noch viel Bier, aber das Angebot an Alkoholfreiem ist ebenso gefragt. Die Musik kommt vom DJ, unterstützt von professioneller Tontechnik und einer attraktiven Lichtshow. Die Kosten sind gestiegen. Den Aufwand mit einem happigen Eintrittspreis zu decken, kommt für die Organisatoren aber nicht in Frage. Deshalb hat die Huebbande den Anlass nun zum zehnten und gleichzeitig letzten Mal durchgeführt. Am 29. August sowie vom 3. bis 5. September wurde ein letztes Mal getanzt und gefeiert.
Für alle etwas
Da war der erste Akt mit 100 Prozent Ballermann, laut und wild, wie begeisterte Teenies schwärmten. An ein Publikum aller Altersklassen richtete sich der zweite Abend mit Fürabebier, auf der Hueb niedlich «Fübi» genannt. Da gab es auch eine Heu-Verjassete, also ein richtiges Jassturnier, bei dem eine Ladung Heu gewonnen werden konnte. Am Schluss hatte Samuel Schmid am meisten Punkte auf der Tafel. Die zehn gewonnenen Ballen Heu kann der Landwirt gut gebrauchen. Am Freitag stieg nachmittags die Kinderdisco für den Party-Nachwuchs mit beliebter Sirupbar und abends war das Motto «Bad Taste», Disco als witzige Modeschau. Die Jubiläumsausgabe endete schliesslich mit einem richtigen Knaller. DJ-Stimmung mit Beatstyle und NXT LVL (Insider wissen schon, wer da am Mischpult wirkte). Das war ein starker Abschluss der Erfolgsgeschichte, das finale Beben auf der Hueb. Das Fest ist Geschichte, die schönen Erinnerungen bleiben.
Bande bleibt
Das beliebte Konzept eines Barfests hat es heute schwerer als noch vor einigen Jahren. Überall verschwinden derartige Anlässe. Das Freizeitangebot ist hat sich verschoben, ist vielfältiger und kommerzieller geworden. Wohin man geht, liest man längst nicht mehr auf dem Anschlagbrett bei der Käserei, sondern auf Instagram oder TikTok. Die Huebbande wird aber auch nach dem Ende des beliebten Festes bestehen bleiben und sich aktiv am Leben im Dorf und in der Region beteiligen. Auch wenn in dieser Zeit alle zehn Jahre älter geworden sind, Familien gegründet haben und beruflich immer mehr Engagement gefragt war.