Halb neun Uhr am Samstagmorgen, dem 6. September. Die letzten Standbetreibenden drapieren noch ihr Sortiment, während die ersten Pensionierten schon mal einen Augenschein nehmen. Der Bümpliz Märit startet in den Tag. Gegen zehn Uhr verdichtet sich die Marktgasse. Inzwischen flanieren die Eltern mit ihren Kindern – auf der Jagd nach «Give-aways», Ballons und Wettbewerbsmöglichkeiten. Ein wenig später beruhigt sich der Markt. Mittagszeit. Am Nachmittag verteilen sich die Besuchenden in äusserst erträglichem Masse. Den Standbetreibenden soll’s recht sein. Sie finden selbst Zeit, die anderen Stände zu besuchen und einen Schwatz zu halten.
Braucht es mehr?
So idyllisch das klingt, darf gleichwohl die Frage gestellt werden, ob es gut ist, wenn der Bümpliz Märit stagniert. Am Stand der BümplizWochen beginnt eine Spurensuche. Die gestandenen Besuchenden mit einigen Lenzen auf dem Kerbholz erinnern sich an Austragungen mit deutlich mehr Besuchenden. «Weisch no …» lautet der oft zu hörende Satzbeginn. Früher war nicht alles besser, aber Gewisses war vielleicht einfach gut. So in etwa mag ein Versuch der Zusammenfassung lauten. Alterswechsel: Die mittelalterlichen Menschen (also nicht jene mit fettigen Haaren, Zahnlücken und Mundgeruch, sondern jene, die mitten im Berufsleben stehen), sie sind gar nicht so einfach ausfindig zu machen. In aller Regel kombinieren sie den Märitbesuch mit dem Wocheneinkauf oder stehen selbst an einem Stand, helfen aus oder besuchen Kolleginnen und Kollegen. Stopp, da geht natürlich prompt jene Gruppe vergessen, die nun analysierend am BümplizWochen-Stand verweilt: die Politikerinnen und Politiker. Ihre Ansichten reichen von Zufriedenheit über die jetzige Märitsituation bis hin zur Feststellung, dass Anfang September so viele Termine seien, man müsste oder könnte überall sein in diesen Tagen… Derweil muss der Stand der BümplizWochen die Jüngsten etwas enttäuschen; hier gibt es weder Ballons noch Süssigkeiten. Noch schlimmer: Die Eltern halten einen Schwatz – aus Kinderaugen ist das schlicht und ergreifend langweilig. Derweil analysieren die Mütter und Väter den Markt. Einhellig streichen sie heraus, dass da einfach irgendetwas fehlt. Es braucht mehr. Nur wovon?
Vereine einbinden
Eine Antwort liefern die jüngeren Besuchenden. Vereine. Die Musikgesellschaft, Jugendmusik, der Jodlerklub, eine Schülerband – sie würden dem Markt Leben einhauchen und zusätzliche Leute generieren. Erstaunlicherweise decken sich die Aussagen der Jüngeren mit jenen der Älteren. Die Trachtengruppe Bümpliz ist seit Jahr und Tag ein Farbtupfer am Märit, Tänzlein inklusive. Zudem wünschen sich fast alle dieser «Vorschlagsmacher» mehr Sitzgelegenheiten. Die beiden Bankreihen am Märit waren schnell in Beschlag genommen und wanderten mit der Sonne entlang des «Bistro Fellergut». Die Idee reift hin zu einem Marktplatz mit einer kleinen Bühne und Sitzmöglichkeiten, gesäumt von den verschiedenen Marktständen. Das bringt zusätzliche Besuchende und bindet noch mehr Vereine mit ein.
Und das Gewerbe?
Doch ist das dann noch ein Markt des KMU Bern West? Ein Blick auf die Standbetreibenden verrät: 48 Stände gab es zu entdecken (ja, es waren auch schon ein klein wenig mehr). Davon sind 23 Gewerbetreibende aus dem Westen von Bern, Mitglieder des KMU Bern West. Also ziemlich genau die Hälfte. Doch der KMU-Verband aus dem Westen von Bern hat stolze 164 Mitgliedfirmen. Klar wäre es schön, wenn die eine oder andere Unternehmung mehr am Bümpliz Märit teilnehmen würde. Denn die DNA dieses Markts ist eben gerade die Nähe dieser Firmen zur Bevölkerung, Begegnungen statt Umsatz. Dieses sympathische Konzept des KMU Bern West ist weitherum einzigartig und verdient höchste Anerkennung. Insbesondere, weil es so viele interessante Firmen im Westen von Bern gibt.
Das eine tun und das andere nicht lassen
Inzwischen verlagert sich ein guter Teil des Marktes in den Sternen. Der Garten lädt an diesem warmen Tag ein, um gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen. Ein Moment, der für einige schon längst zur Tradition geworden ist. Zeit, das Gesagte zu rekapitulieren. Braucht der Markt eine Auffrischung? Er dürfte noch etwas mehr Leben erhalten, mit Vereinen zum Beispiel. Auf der anderen Seite darf der einzigartige Charakter mit den vielen KMU nicht vergessen gehen, mehr noch, er darf im Vordergrund stehen bleiben. Beides schliesst sich nicht aus, sondern kann sich zu einem grossen Ganzen verbinden und gegenseitig verstärken. So sehen das zumindest einige der Marktbesuchenden. Nicht als Kritik, sondern aus dem Moment heraus, in dem alle dankbar und froh sind, dass es den Bümpliz Märit gibt. Diese Feststellung steht über allem. Der Wunsch lautet ganz einfach und bescheiden: Es fehlt nur ein Quäntchen Etwas. Prost.