Holligen steht im Cupfinal

Salome Guida
Von Salome Guida - Redaktorin
Cupfinalistinnen: SC Holligen 94, 1. Mannschaft der Damen.

Foto: zvg / SG

Einfach erklärt
Im Berner Cup verloren die Männer des SC Bümpliz 78 das Halbfinalspiel. Die Frauen des SC Holligen 94 gewannen. Sie spielen im Final gegen den FC Weissenstein Bern.
Im Berner Cup kämpfen von der 2. bis zur 5. Liga 68 Fussballteams bei den Männern bzw. 35 Teams bei den Frauen um den Pokal. Aus Bern West schafften es der SC Bümpliz 78 und die SC Holligen 94 Frauen weit hinauf.

Die Frauen des SC Holligen 94 stehen im Final des Berner Cups. «Bereits das Erreichen des Halbfinals war für unseren Club ein Highlight – weder die Frauen- noch die Männerteams sind im Cup jemals so weit vorgestossen», freut sich Roberto Campanielli, der Sportchef des SC Holligen 94 und der Trainer der 1. Mannschaft der Frauen, am Tag nach dem Halbfinal.

Exploit des SC Holligen 94

Dem Frauen-Fanionteam Holligens wurde letztes Jahr beim Axa Schweizer Cup bereits im 1/32-Final der Super-League-Club FTTBO – der heutige FC Thun Frauen – zugelost. Mit 1:6 schied es aus. Dieses Jahr lag der Fokus neben der Meisterschaft auf dem Delaay Sport Berner Cup. In den ersten Runden liess der aktuell Siebte der 2. Liga zwei Drittliga- und ein Zweitliga-Team hinter sich. Im Halbfinal vom 30. April war Holligen beim FC Breitenrain, aktuell Dritter der 2. Liga, zu Gast. «Breitenrain hatte das Spiel mehrheitlich in den Händen», erzählt Campanielli. Nach einem frühen 1:0 durch Eileen Schilliger fielen nach der Pause innert vier Minuten drei Tore, es blieb 2:2 bis zum Schlusspfiff. Der Coach lobt die Holligerinnen: «Sie haben in der Defensive eine starke Leistung gezeigt.» Auch in den Standardsituationen konnten sie immer wieder Gefahr vors Heimtor bringen. Keine Minute vor Schluss wechselte Campanielli die Torhüterin aus; Anais Gasser machte Platz für Marina Kunz. Diese hielt sensationell zwei Versuche der Breitenrainerinnen. «Wir hatten in den Tagen vorher im Training bewusst das Elfmeterschiessen geübt», zeigt sich der Trainer sowohl über die gute Vorbereitung wie auch über die Einwechslung zufrieden. Vom Punkt aus trafen alle vier Holligerinnen ins Netz. Somit stand es am Schluss 5:6 – ein grosser Erfolg, passend zur Erweiterung des Klubhauses. Erwähnenswert ist der starke Clubzusammenhalt: Im Halbfinal unterstützten rund 150 Clubmitglieder die Frauen auf dem Platz, wie Roberto Campanielli erzählt. Die 1. Mannschaft der Männer sei vor Ort gewesen – sie habe trotz Aufstiegskampf ihr Training abgesagt. Die Veteranen waren da, die 2. Damenmannschaft, das FF-17-Team, viele Junioren: «Wir fühlten uns dank der vielen Fans wie bei einem Heimspiel. Es hat mich beeindruckt. So war es wirklich ein Vereinssieg.»

Penalty zur Unzeit in Bümpliz

Bitteres Ende hingegen für den SC Bümpliz 78 auf der Bodenweid. Der aktuell Dritte der 3. Liga hatte sich seit August gegen drei Zweit- und zwei Drittligisten durchgesetzt. Am 29. April bestritt Bümpliz den Halbfinal gegen den FC Interlaken. Die Oberländer sind aktuell Fünfte der 2. Liga. Die Begegnung spielte sich denn auch mehrheitlich in der Hälfte des Heimteams ab. Dieses verteidigte löblich, doch noch vor dem Pausenpfiff fiel das 1:0 für Interlaken. In der zweiten Halbzeit startete Bümpliz mutig. Nach einem langen Einwurf glich Nino Sturny in der 53. Minute mit einem satten Volley aus. Danach warf Interlaken alles nach vorne, Torhüter Janic Gil rettete mehrmals stark.  Bereits stellten sich manche Zuschauende auf ein Penaltyschiessen ein – doch dann zeigte der Schiedsrichter nach einem Foul von Bümpliz in der 94. Minute auf den Elfmeterpunkt. Nico Hodler trat an, Goalie Gil hechtete zwar in die richtige Ecke, konnte den Ball jedoch nicht mehr erreichen. Das Cup-Aus für den SC Bümpliz 78 war besiegelt. 

Egzon Tishuku ist seit dieser Saison Headcoach des Fanionteams. «Im Berner Cup war unser erstes Ziel, sicher zu überwintern», erzählt er. Danach habe man von Spiel zu Spiel geschaut. Im Halbfinal habe der Fokus auf einem kontrollierten Spiel gelegen: «Wir wollten Ballverluste minimieren. Ohne Ball verzichteten wir bewusst auf hohes Pressing und setzten stattdessen auf Konter. Der Plan ging gut auf – Interlaken fand kaum ins Spiel.» Der Penalty-Entscheid sei hart gewesen, aber letztlich korrekt, sagt er. «Es hätte gar nicht so weit kommen dürfen, dass der Gegenspieler in dieser Minute mit dem Ball in unseren Strafraum kommt», analysiert der Trainer. Man werde aus solchen Fehlern lernen und daran wachsen. Die Enttäuschung sei anfänglich gross gewesen. Doch der Stolz auf das Erreichte überwiege. Die Mannschaft zeigte Stärke und holte, nur drei Tage später, in der Meisterschaft die nächsten drei Punkte. Das Saisonziel sei es, unter den ersten Drei zu sein. Die Cupspiele hätten, so Tishuku, die Mannschaft stärker zusammengeschweisst. Noch fünf Runden sind zu bewältigen. «Es macht mich stolz, zu sehen, wie sich die Mannschaft entwickelt hat», sagt er. Der Verein strebe mittelfristig den Aufstieg in die 2. Liga an. «Ein Ziel, das realistisch ist. Wir haben eine junge Mannschaft, die lernwillig ist und grossen Hunger auf Erfolg hat.» Salome Guida

Info: Das Cup-Finalspiel des SC Holligen 94 gegen den FC Weissenstein Bern findet am Pfingstsamstag, 23. Mai, um 16 Uhr auf der Sportanlage Wengmatti in Frutigen statt.

GEKENNZEICHNET:
Teile diesen Artikel

Neue Beiträge

Von der Idee zur Planung

Im Sommer 2027 wird im Schloss Bümpliz ein Freilichtspiel zu Ehren von Carl Albert Loosli aufgeführt. Wie es dazu kam, erzählten die Initiierenden und die Projektleitung Annemarie und Markus Morgenegg…

5 Min. zum Lesen

Humorvolle Akkordeon-Klänge

Das Akkordeon-Ensemble Colorful Accordionists aus Herzogenbuchsee spielt im 2. Schlosskonzert unter dem…

Von PD
2 Min. zum Lesen

Der Alltagstrott tut ihm nicht gut

Jan Fürst ist auf dem Land aufgewachsen, hat in der Dorfmusik das…

5 Min. zum Lesen

Holligen steht im Cupfinal

Im Berner Cup kämpfen von der 2. bis zur 5. Liga 68…

6 Min. zum Lesen

Angekommen in der Elite

Der thailändische Kampfsport «Muay Thai» erfreut sich in der Schweiz steigender Popularität…

3 Min. zum Lesen