Pinprinza belebt den Schlosspark

Nadine Geissbühler
Die dreiköpfige Co-Leitung, Lucien Rüdlinger, Manuel Michel und Gaby Witschi. Pinprinza ist geöffnet.

Foto: NJG

Einfach erklärt
Die Cafébar Pinprinza darf im Schlosspark Bümpliz seit Anfang Mai einen regulären Betrieb führen. Morgens gibt es warme Getränke und Gipfeli und abends erfrischende Getränke und Apéroplättli.
Vom Pop-up zum Ganzjahresbetrieb: Einen Ort schaffen, wo sich alle Menschen wohlfühlen – unabhängig von der Begleitung – das ist eines der Ziele der dreiköpfigen Geschäftsleitung.

Die Cafébar Pinprinza bespielt seit dem 1. Mai den Schlosspark im Schloss Bümpliz mit einem regulären Betrieb. Angefangen hat das Ganze letzten Sommer als
idealistisches Pop-up-Experiment über drei Monate. Als der spätere Gründer Manuel Michel Anfang Mai 2025 – per Zufall – erfahren hat, dass das ehemalige Restaurant im Alten Schloss Bümpliz nach 30 Jahren den Betrieb eingestellt hat, wuchs in ihm der Wunsch, diesen Ort mit neuem gastronomischem und kulturellem Leben zu erfüllen. Gesagt, getan. Sechs Wochen nach der Besichtigung der Liegenschaft eröffnete er die Cafébar Pinprinza im sogenannten Waschhaus im Schlosspark.

Positive Rückmeldungen

Die Rückmeldungen aus der Nachbarschaft waren positiv und die Menschen freuen sich, dass dieser Ort wieder offen ist, um sich zu treffen und zu verweilen. Die Zukunft des ehemaligen Restaurants im Alten Schloss Bümpliz ist wirtschaftlich mit vielen Unsicherheiten behaftet und auch die Pop-up-Bar hat in den Betriebsmonaten letzten Sommer ein Defizit erwirtschaftet. Aber: «Die positiven Rückmeldungen aus dem Quartier haben uns davon überzeugt, dass an diesem Ort mit genügend Geduld und Engagement ein grossartiges gastronomisches Kleinod entstehen kann, und diesem Anspruch können wir nur mit einem regulären Betrieb gerecht werden, der das ganze Jahr über geöffnet hat», erklärt Michel den Wechsel vom Pop-up zu einem möglichst ganzjährigen Betrieb. «Hier sollen sich alle Menschen wohlfühlen: alteingesessene Nachbarn, Neugierige aus fernen Quartieren, Eltern und ihre Kinder, Kulturbegeisterte und Spielfreudige. Wir werden nie den höchsten Anspruch, dafür aber immer ein offenes Ohr haben. Denn vorerst führen wir die Pinprinza in der Geschäftsleitung zu dritt als Hobby.»

Die Geschichte hinter dem Namen

Was viele nicht wissen: Pinprinza ist der ursprüngliche Ortsname von Bümpliz und der Name somit perfekt für diesen altehrwürdigen Ort und den dazugehörigen Schlosspark. «Tagsüber fokussieren wir uns auf den Cafébetrieb mit unterschiedlichen bodenständigen sowie ausgefallenen Kaffee- und Teegetränken. Dazu servieren wir Gipfeli, Kleingebäck und Kuchen», erklärt Michel die Pläne der Gastgebenden. Gegen Abend soll sich die Pinprinza in eine gemütliche Quartierbar mit erfrischenden Getränken und Apéro-Plättli verwandeln. Und irgendwo – verrät Michel – gibt es sogar Pläne, warme Menus anzubieten – nur fehlt zurzeit eine Küche dafür. «Wir balancieren zwischen Bio, lokal und günstig. Bei uns sollen alle etwas finden. Ganz nach dem Motto: ‹D’Stange gits für ne Schnägg. Ds Glas Bio-Wy für siebe Stutz und der Chindersirup für nes Trinkgäld›», sagt Michel.

Ein Treffpunkt für Quartier und Kultur

Das Co-Leitungsteam besteht aus Manuel Michel – er ist ausgebildeter Kommunikationsspezialist und Projektmanager aus Bern, Lucien Rüdlinger – studierter Geograph mit kaufmännischem Hintergrund aus Bümpliz – und Gaby Witschi – ebenfalls studierte Geographin mit besonderen Stärken in Projektplanung und -umsetzung. Für Paare, die sich im nahegelegenen Schloss Bümpliz das sogenannte «Ja-Wort» geben, bietet die Pinprinza Hochzeitsapéros an. Auch Kulturveranstaltungen wollen die Betreiberinnen des Parkcafés durchführen. «Wir sind aktuell dabei, einen Verein zu gründen, der sich um die Organisation und Durchführung des Programms in der Pinprinza und im Schlosspark kümmern wird. Darin können sich Nachbarn, Kunstschaffende und Projektmenschen gemeinsam kreativ austoben. Von Theater über Boules-Turniere bis zu Tanzworkshops und Pub-Quiz wird wieder allerlei Unterschiedliches angeboten werden. Ausserdem wollen wir 2026 auch erste kleine Konzerte veranstalten und natürlich werden wir im Sommer  die WM-Spiele der Schweizer Fussballnationalmannschaft zeigen – und gemeinsam darüber diskutieren, wie viel Trump der Fussball und die Welt noch ertragen können.»

Warmer Empfang aus der Nachbarschaft

Es ist ein warmer Empfang, der Michel von den Menschen aus der Umgebung vom Schloss Bümpliz entgegenweht. Bereits am Tag der Wiedereröffnung kommen etliche Besuchende vorbei, umarmen ihn und heissen Michel und sein Team herzlich willkommen. «Es ist so schön, dass sie wieder da sind und wieder offen ist. Das macht wirklich Freude», erzählt eine Frau, die in der Spielgruppe im Schlosspark arbeitet. Eine Bümplizerin bestätigt das: «Ich habe immer wieder im Internet nachgesehen und habe mich heute extrem darüber gefreut, dass nun wieder offen ist.» Michel schliesst mit den Worten: «Es soll wirklich ein Ort für alle sein. Deshalb: Kommt vorbei und bringt eure Freunde, Grosseltern, politischen Gegner, Ideen, Wünsche und Launen mit.»

 

Infos
Die Cafébar Pinprinza hat jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 9–22 Uhr geöffnet und befindet sich im Schlosspark, im ehemaligen Waschhaus.

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