Die Firma EMCH Aufzüge AG investiert und will in Bethlehem bleiben

Tief verwurzelt, bitte nicht ausreissen

Sacha Jacqueroud
Von Sacha Jacqueroud - Chefredaktor
EMCH Aufzüge sind an der Fellerstrasse tief verwurzelt.

Foto: zvg

Einfach erklärt
Die EMCH Aufzüge AG gibt es seit 144 Jahren. Sie ist seit 1968 in Bethlehem West tief verwurzelt und möchte ihren Standort noch ausbauen. Nun laufen die Absprachen mit der Stadt Bern, damit dies möglich wird.
Schweizweit ist der «Eisenhut» geschützt. Tief verwurzelt das Bewusstsein, dass man dieser Pflanze Sorge tragen muss. So ähnlich verhält es sich mit verwurzelten Firmen. Auch sie geniessen im Quartier, in der Umgebung, in der Region eine hohe Akzeptanz und erfreuen viele Menschen. Bestes Beispiel: die EMCH Aufzüge AG in Bethlehem.

Es sind gute und wichtige Nachrichten für den Stadtteil VI. Bernhard Emch will mit seiner Firma nicht nur am Standort festhalten, sondern diesen gar ausbauen. Schon heute. Bei der EMCH Aufzüge AG entstehen zusätzliche Arbeitsplätze, eine Sandstrahlerei erweitert die Produktionsstätte, das Bürogebäude wird innen sanft saniert und die Büroräumlichkeiten werden den heutigen Anforderungen angepasst und transparenter gestaltet. Schön, wenn eine Firma im unsicheren heutigen Wirtschaftsumfeld in die Zukunft investiert und das notabene in Bern, dem steuertechnisch teuersten Wirtschaftsstandort der ganzen Schweiz. Das nennt man dann wirklich verwurzelt.

Chantier Bethlehem West

Und es tut sich etwas in Berns Westen. Nicht nur in Ausserholligen oder Brünnen, sondern auch in Bethlehem. Die Stadt Bern arbeitet derweilen am Masterplan «Chantier Bethlehem West». Dieses Projekt verbindet die Entwicklungspole Brünnenpark und Ausserholligen. Bei genauerer Betrachtung der Vorhaben wird ersichtlich, dass die verschiedenen Bedürfnisse und Notwendigkeiten aufeinander abgestimmt werden müssen. «Der Masterplan beinhaltet einige Punkte, die wir derzeit mit der Stadt klären, damit unsere Pläne mit denen der Stadt korrespondieren», betont Architekt Daniel Steiger, der die baulichen Vorhaben von EMCH koordiniert. «Chantier Bethlehem West» ist zwar keine Schutzzone für verwurzelte Firmen, schliesst aber die ortsansässigen Unternehmen in den Prozess mit ein. Den «Eisenhut» will man hier stehen lassen. Hierfür ist ein Dialog zwischen dem Stadtplanungsamt und den Firmen nötig. «Für uns ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, dass unsere Lärmemission akzeptiert wird», konkretisiert Steiger ein Beispiel. Ein weiterer Punkt sind die Parkplätze. Vor allem die viele Mitarbeitenden aus den handwerklichen Berufen reisen vom ländlichen Umfeld nach Bethlehem und sind auf genügend Parkplätze angewiesen. «Es bestanden anfänglich einige Unsicherheiten. Es gilt die gegenseitigen Interessen abzuwägen und hierfür tauschen wir uns aktuell mit dem Stadtplanungsamt aus», klingen die Worte von  Bernhard Emch zuversichtlich.  Der Masterplan ist das Planungsinstrument für die Entwicklung von Bethlehem West. Daraus geht hervor, dass eine Verdichtung angedacht ist, die zusätzlich rund 3000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie 2000 Arbeitsplätze hervorbringt.

Bern West an Bord

Der Stadtteil VI vermittelt viel Sicherheit. Zu Beginn des Entwicklungsprojekts «Chantier Bethlehem West» haben sich Quartiervereinigungen und andere ortsansässige Mitwirkende deutlich für den Standort von den heutigen Industriebetrieben wie EMCH Aufzüge AG oder Carlo Bernasconi AG ausgesprochen. Im Westen von Bern will die Bevölkerung EMCH als wichtigen Arbeitgeber und Ausbildner vieler Jugendlicher behalten und freut sich über dessen Ausbaupläne. Hier wird das Unternehmen zum geschützten «Eisenhut» erklärt. Das sind gute Voraussetzungen für die Abstimmung. Denn für den ganzen Masterplan und um das gesamte Projekt zu realisieren, wird es schlussendlich Volksabstimmungen benötigen.

Die Ampel steht auf Grün

Die tiefe Verwurzelung von EMCH Aufzüge in Bethlehem ist der Stadt wohlbekannt. Auch, dass es planerisch durchaus Sinn macht, an diesem Standort als Gebiet für Industrie und Gewerbe festzuhalten, denn der Industriegürtel in Bethlehem West zieht sich wie eine Lärmschutzwand durch die Wohnquartiere. Die Chancen stehen deshalb gut, dass die Ampel bald in allen Punkten auf Grün schaltet. Das sind wahrlich gute Nachrichten für die Firmen aus Bethlehem West.

Vor allem solche wie die EMCH Aufzüge AG, die als 144-jähriger Traditionsbetrieb in Bern tief verwurzelt ist. Dass Bernhard Emch längerfristig am Standort festhalten will, zeigen die Sanierungsschritte, die bereits in vollem Gange sind. «Wir wollen hier bleiben und fühlen uns hier verwurzelt», betont der CEO. Und das ist eigentlich die frohe Botschaft. Denn Schweizer Firmen, die ihre Produktion hier behalten und nicht in ferne Länder verlegen, sind durchaus selten geworden. EMCH ist ein gutes Beispiel für diese Standorttreue. Darum wünscht sich der geneigte Wirtschaftsschützer, gleich wie der Naturschützer, dass die hier ansässigen Firmen, wie die EMCH Aufzüge AG und weitere, Planungssicherheit erhalten und bleiben dürfen. So wie der Eisenhut in seiner natürlichen Umgebung. Beide sind tief verwurzelt, also bitte nicht ausreissen.

Masterplan «Chantier Bethlehem West»
Gemeinsam mit Grundeigentümerschaften und Quartier entwickelt die Stadt Bern das Gebiet Bethlehem West. Dieser Chantier liegt zwischen den beiden Entwicklungspolen Brünnen und Ausserholligen. Er soll sich zu einem dichten, vielfältigen und attraktiven Gebiet entwickeln.
Seit Mitte 2018 hat die Stadt Bern zur Entwicklung des Chantiers gemeinsam mit der Genossenschaft Migros Aare und der Carlo Bernasconi AG ein Studienauftragsverfahren durchgeführt und darauf aufbauend einen Masterplan erarbeitet. Vertreterinnen und Vertreter von Quartierorganisationen, Verbänden und Parteien sowie weiterer Grundeigentümerschaften waren in den gesamten Prozess eng einbezogen (…). Der Masterplan ist behördenverbindlich und legt die langfristige räumliche Entwicklungsstrategie fest. Damit dient er als planerische Grundlage für die Arealentwicklungen.

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