«Etwas Bella Italia für Geniesser»

Thomas Bornhauser
Valentina Paradiso vor ihrer Auslage an italienischen Spezialitäten.

Foto: BO

Einfach erklärt
Valentina Paradiso haben wir im Westside an ihrem Verkaufsstand getroffen. Sie verkauft italienische Spezialitäten. Valentina Paradiso ist jeweils in Einkaufszentren von Coop und Migros anzutreffen.
Zufällig im Westside getroffen: Dieses Mal haben wir Valentina Paradiso angesprochen. Sie sagt: «Ich bewundere Leute, die z'Märit fahren.»

Wenn man an ihrem Stand mit Degustationsmöglichkeiten vorbeiläuft, dann fühlt man sich der Gerüche wegen kurz wie während den Ferien in Italien auf einem einheimischen Markt. Das ist weiter nicht erstaunlich, weil Valentina Paradiso ausschliesslich italienische Spezialitäten anbietet – eine Woche hier, eine Woche da, aber immer in der Deutschschweiz.

Valentina Paradiso, nicht nur viele Ihrer angebotenen Lebensmittel zergehen auf der Zunge, sondern auch Ihr Name… Woher kommen Sie?

(lacht) Danke fürs Kompliment! Ich bin tatsächlich in Italien geboren, in Busto Arzizio, um genau zu sein. Das ist eine Stadt in Norditalien, in der Lombardei, in der Provinz Varese. Ich bin dort auch zur Schule gegangen, habe anschliessend an der Universität  Mailand im Bereich Human Resource-Management abgeschlossen, also im Bereich Personalmanagement.

Was verstehe ich darunter?

Damit ist die gesamte Organisation und Betreuung der Mitarbeitenden eines Unternehmens gemeint. Dazu gehören zum Beispiel die Personalgewinnung, also neue Mitarbeitende suchen und einstellen, die Personalentwicklung mit Weiterbildungen, Karriereplanung und Förderung. Kurz gesagt: Human Resource-Management kümmert sich darum, die richtigen Menschen zu gewinnen, sie gut einzusetzen, weiterzuentwickeln und langfristig im Unternehmen zu halten.

Sie arbeiten aber offensichtlich nicht im erlernten Beruf…

Sowas! Ist Ihnen das aufgefallen? (lacht) Nein, Sie sehen das schon richtig. Dafür gibt es viele Gründe, ganz verschiedene. Sagen wir es so: Personalmanagement ist in Italien und in der Schweiz nicht ganz zu vergleichen. Und um es nochmals abzukürzen: Nachdem ich meinen Mann kennengelernt hatte, bin ich mit ihm in die Schweiz gekommen. Das ist nun bereits zehn Jahre her.

Und weshalb die Schweiz?

Mein Mann hat Verwandte hier in der Deutschschweiz. Diese haben ihm empfohlen, hierher zu kommen. Das nicht zuletzt deshalb, weil die Schweizer … Italien kennen und lieben. Das sieht man schon daran, wie viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien in Bella Italia verbringen. Wir haben es noch nie bereut, hierhergekommen zu sein. Um Erfolg zu haben, muss man aber hart arbeiten.

Woher Ihre sehr guten Deutschkenntnisse?

Da haben mir drei Sprachkurse geholfen. Ohne die Leute zu verstehen, das geht ja gar nicht. Ich weiss, was Sie mir vielleicht sagen werden, hier also die Antwort auf Ihre ungestellte Frage: Ich weiss, viele ältere Italienerinnen und Italiener sprechen auch nach Jahrzehnten in der Schweiz nur schlecht Deutsch. Das hat damit zu tun, dass sie seinerzeit immer unter sich waren. Die heutige Generation ist ganz anders, viel offener. So ändert sich eine Gesellschaft. Zum Guten für die Menschen.

Wie lange stellen Sie Ihren Stand jeweils auf – und wo?

Die Firma Tregi GmbH gehört meinem Mann, ich bin seine Angestellte, wenn Sie so wollen. Wir verkaufen ausschliesslich italienische Spezialitäten aus allen Regionen des Landes. Logisch, Käse und Wurstwaren wie Nduja oder Guanciale, nicht bloss Salami und Prosciutto. Wir haben Calzone-Schinken-Mozzaralla oder Pomodoro-Mozzarella-Krapfen im Angebot, Sfogliatella Napoletana, Pasticcietto mit Crema. Aber auch viele Käsesorten wie Gorgonzola Piccante, Schafs-Pecorino, Büffel-Taleggio und viele andere mehr. Und schauen Sie sich bloss die Auswahl an Antipasti an! Um Ihre Frage zu beantworten: Wir sind eigentliche Zugvögel, jeweils eine Woche in Einkaufszentren von Coop und Migros in der Deutschschweiz.

Und auf Märkten?

Nein, dort sind wir nicht anzutreffen. Aber ich habe höchste Achtung vor jenen Produzenten, die z’Märit gehen, bei jedem Wind und Wetter. Hut ab.

Stellen Sie Unterschiede bei Ihrer Kundschaft fest, in den verschiedenen Kantonen?

Oh ja. Die Zürcher sind ganz schön hektisch, bei ihnen muss alles schnell gehen. Ganz im Gegensatz zu den Bernern, mit denen ich oftmals einen Schwatz halten kann.

Wie ist das mit den Bewilligungen?

Das ist typisch Schweiz: überall anders. Im Kanton Bern müssen wir für jeden Standort individuell anfragen. Letzte Woche war ich im Shoppyland, diese Woche eben im Westside. Das gibt dann zwei Anfragen.

Wie kommen die Spezialitäten zu Ihnen? Geht Ihr Mann jeweils nach Italien?

Nein, unsere Produkte kommen mit der Post. Ganz einfach. Und zuverlässig.

Wenn jemand mit einem Spontankauf zufrieden ist: Wie findet man Sie? Muss ich Einkaufszentren abklopfen?

Nein, wir haben eine Homepage. Viele Kundinnen und Kunden bestellen nach unserem Erstkontakt online.

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