Wegbereiterin des Holenacker-Projekts in Bern West war die gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Fambau, die während der letzten acht Jahre die Sanierung der über 40-jährigen Hochhäuser und des Scheibenhauses C vorgenommen hat. Als es nach der Fertigstellung des letzten Hochhauses darum ging, für die 183 kernsanierten Wohnungen interessierte Mieterinnen und Mieter zu finden, wandte sich die Fambau Genossenschaft an Züri West. Die Idee, die Vermietungskommunikation mit Textzeilen aus dem Song «Irgendeinisch fingt ds Glück eim» an die Bernerinnen und Berner zu richten, gefiel auch Züri West. Stefan Mischler, kunstaffiner Manager von Züri West, erinnert sich: «Damit begann eine spannende Zusammenarbeit, die schliesslich zum Kunst-und-Bau-Projekt führte.» Konzipiert und umgesetzt hat das Kunst-und-Bau-Projekt der Berner Künstler Christian Grogg, gemeinsam mit Züri West. Seitens Fambau begleiteten Adrian Scheidegger, Verantwortlicher für Kunst und Bau, und Isabella Biermann, Bereichsleiterin Nachhaltigkeit, das Projekt.
Unter einem guten Stern
Im Mittelpunkt der Gesamtinstallation steht dabei der Stern. Züri West verwendet ihn seit den Anfängen auf Plakaten und Covern und auch im Holenacker soll er ein universelles und für alle lesbares Zeichen sein, das Kinder wie ältere Menschen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg verstehen. Das Vorhaben stand von Beginn an unter einem guten Stern. Christian Grogg und Stefan Mischler legten bei der Herstellung der Sternelemente selbst Hand an. Der gelernte Mechaniker Mischler konstruierte den massiven Stern, der nun nachts über dem Hochhaus Holenacker 85 leuchtet. In einem Betonwerk wurden die Sterne fabriziert, auf denen beim Auftakt des Kunst-und-Bau-Projekts zu den rockigen und jazzigen Klängen des Quintetts «Chliine Brueder» die Kinder tanzten.
Klingender Auftakt
Dafür, dass am Holenacker-Happening Kuno Laueners Bilderwelten erklangen, sorgte die Ad-hoc-Formation «Chliine Brueder» mit neuen Interpretationen von ZüriWest-Songs aus vier Jahrzehnten – sehr zum Gefallen der beiden anwesenden Gründungsmitglieder Kuno Lauener und Küse Fehlmann. Letzterer zeigte sich nach dem Auftritt von «Chliine Brueder» angetan: «Ich bin ein grosser Fan der ganzen Truppe! Baze und seine Mitstreiter sowie die jeweiligen Gastsängerinnen und Gastsänger zeigten ein feines Gespür bei ihren Interpretationen unserer Songs und sind grossartige Musiker. Am nächsten kamen mir die Interpretationen der Songs ‹Chliine Brueder› und ‹Winterhale›, kraftvoll, intensiv und eigenständig. Auch die Version von ‹Sense› mit Gastsänger Max Usata von Puts Marie ging mir unter die Haut.»
Die überdimensionierte Teppichstange, ein Artefakt, das auch heute noch in den Berner Vorgärten vorzufinden ist, erinnert an den Song «1968» von Züri West. Die Sterne und die Teppichstange sind ein Geschenk der Fambau ans Quartier. Sie dürfen angeeignet werden, sollen als Treffpunkte dienen und dem Quartier eine neue Identität geben.
Sozialverträgliche Sanierungen
Die Fambau setzt sich als gemeinnützige Wohnbauträgerin in Bern für bezahlbaren Wohn- und Lebensraum ein. Sie entzieht Immobilien langfristig der Spekulation und achtet bei einschneidenden Vorhaben wie Sanierungen stets auf einen sorgsamen, sozialverträglichen Umgang mit ihren Mietenden. So auch im Holenacker, wo die grosszyklischen Sanierungen der über 500 Wohnungen in drei Etappen erfolgten. Den Mietenden der ersten Etappe wurden in umliegenden Siedlungen Alternativwohnungen angeboten. Als diese Etappe fertiggestellt war, konnten die Mietenden aus der zweiten Etappe in die frischsanierten Wohnungen ziehen. Gleich ging es denjenigen der dritten Etappe. Laut eigenen Angaben stellte die Fambau somit sicher, dass die Bewohnenden weitestgehend innerhalb des Quartiers umziehen und somit in ihrem gewohnten Umfeld wohnen bleiben konnten.