Umsteigen am Bahnhof Bern nicht nötig

Im Bus von Bümpliz in die Länggasse

Marc de Roche
Zukünftig den Bahnhof Bern durch eine neue Buslinie meiden?

Foto: Foto: MDR

Einfach erklärt
Einfach erklärt: In vier Jahren soll eine neue Buslinie vom Bahnhof Bümpliz Süd bis in die Länggasse führen. So muss man nicht mehr über den Bahnhof Bern fahren.
Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland will grosse Einwohner- und Arbeitsplatzpotenziale mit einer Tangentiallinie verbinden und die bestehende Linie 27 erweitern.

Die neue Linie bringt eine direkte Verbindung zwischen Bethlehem und den zentralen Bereichen von Bümpliz mit sehr guten Bahnanschlüssen in Bümpliz Süd. Sie verbindet mehrere Quartiere mit der Länggasse, insbesondere auch die beiden Hochschulstandorte. Bei der angepassten Linie 27 bleibt die bisherige wichtige westliche Nord-Süd-Verbindung erhalten, jedoch mit Endpunkt Brünnen Westside anstatt Holen-acker. Die Linie erschliesst die Arbeitsplätze im Wangental und teilweise grosse Einwohner- und Siedlungspotenziale in Bümpliz, so auch neu das Kleefeld sowie das bahnparallele Potenzial entlang der Riedbachstrasse nach Brünnen. Die auffälligste Neuerung an der Linie 27 ist aber bestimmt die Umgehung des Bahnübergangs an der Brünnenstrasse. Hier wurde seinerzeit aus Kostengründen auf eine richtige Unterführung verzichtet. Folge: langer Stau, weil die Barriere oft erst nach vier durchfahrenden Zügen geöffnet werden kann. Zwischen Bern und Kerzers/Neuchâtel werden in nächster Zeit die Züge noch häufiger verkehren. Das bedeutet noch längere Schliesszeiten am Bahnübergang. Ein stabiler Betrieb einer à niveau querenden Buslinie ist schon heute nicht gewährleistet. So soll die Linie 27 in Zukunft über die Überführung Abendstrasse fahren. Dieser «Fussgängerbuckel» ist zwar schmal, und zwei Pflanzentöpfe sorgen dafür, dass nur der Langsamverkehr durchkommt. Aber kein Problem, sagen die Bernmobil-Chauffeure. «Das geht alleweil schneller als über die verstopfte Brünnenstrasse.» Karl Vogel, Leiter Verkehrsplanung der Stadt Bern, zeigte am letzten QBB-Forum, dass der Hauptnutzen einer Tangentiallinie darin liegt, dass eine attraktive, direkte Verbindung entsteht, ohne dass ein Umsteigen am Bahnhof Bern notwendig wird. Ob und wie schnell das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird, soll der vierjährige Versuchsbetrieb zeigen, der wohl 2027 starten wird.

 

Keine echte Tangente

Unter einer Tangente versteht man eigentlich eine Linie, die gerade einen Kreis berührt. Beispiel: Vom Bahnhof Bümpliz Süd über Brünnen Westside auf die Autobahn bis Ausfahrt Neufeld und von dort in die Länggasse. Das wäre schnell, aber halt wohl nicht wirtschaftlich. Die geplante neue Linie bedient jetzt erst noch sieben Quartier-Haltestellen, bis sie den Knoten Forsthaus erreicht. Werden die Reisenden aus Freiburg, die in die Länggasse wollen, beim Bahnhof Bümpliz Süd aussteigen und den Bus nehmen oder einfach weiterfahren und im Hauptbahnhof umsteigen? Die Zukunft wird es zeigen. 

 

 

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