Föito – Bärndütsch

Geng wi geng?

Ursula Pinheiro-Weber
«Geng wi geng» bedeutet so viel wie «immer wieder» oder «so wie immer».

Foto: Foto: zvg

Einfach erklärt
Verstehen Sie die verwendeten Wörter? Berndeutsch ist vorwiegend eine gesprochene Sprache. Ein Text wirkt laut vorgelesen denn auch stärker und macht die Lebendigkeit und Farbigkeit der Sprache erfahrbar.
Scho am viertel vor achti bin i uf der Redaktion. Ha geschter ke Spätdienscht gha, drum bin i scho so früe da. Im Grossruumbüro sitze-n-i vis-à-vis vo der Tamara, si bearbeitet ds Thema Lifestyle, ig d Kultur. Mir hocke enand gägenüber, sodass me enand nid i Computer cha luege. Wär weiss, mängisch suecht me im Internet ja o mau öppis anders, als für ds plante Schaffe nötig isch. Linggs vo mir stöh drü Pültli quer derzue für d Layouter. U ganz hinde sitzt der Chefredakter, dä, wo sech nid scheniert, bi Telefongspräch über das Händy ir ganze Redaktion ume z syrachere u i eire Lutsterchi z lafere. Är stoglet zwüsche de Pültli düre u chunt meh u meh i nes Züüg. U mängisch spöiferet är vor luter Ufregig. Dass üs das chönnt aschnäggele, chopfet är äuä gar nid. Item, mir dörffe nid möffele. Trotzdäm isch so nes Grossruumbüro eigentlich ganz gäbig, me cha sech jederzyt ustuusche u überchunt o mau es nätts Wort mit.

U plötzlech isch d Tamara im Amarsch: Si lat ihri Sibesache uf ds Pult plumpse, allem Aschyn naa isch si nid zfride. Si hässelet: «Wär het wider einisch my Schrybblock versteckt? Dert isch ds Gchribel druffe vo mym letschte Interview. Wi söu i ohni myni Notize der Artikel über di nöji Leitere vom Mode-Huus schrybe?» I tue zersch derglyche, wi weni nüt ghörti u stiere i my Bildschirm. Plötzlech ha-n-is: «Tamara, geschter isch ja Putztag gsy. Lue doch mau dert i dym Chäschtli ar Wand. Chönnts ächt sy, dass d Putzmannschaft eifach grümplet het?»

D Tamara chiflet no es bitzli, findt aber ihri Unterlage u chunt zrügg a Arbeitsplatz. U ig, ganz guraschiert: «Hey, da isch wider mau unnötig viil negativi Energie verpufft.» «Muesch gar nid so tue», chiflet d Tamara zrügg. «Du hesch letschthin o usgrüeft, wo dy Pressemappe verschwunde isch. Aber du hesch scho rächt. I bi hüt mit em lingge Bei ufgstande. Wott keni Chritz mit dir. Chlemme mer das ab.» «Ok, Tamara, mache mer üsi Brichte, geng wi geng.»

GEKENNZEICHNET:
Teile diesen Artikel

Neue Beiträge

Mit Unterstützung fürs Leben lernen

Gute Nachrichten für Schulkinder aus Bern West: Die Lernhilfeorganisation Learn4Life eröffnet ihren 3. Standort in Bethlehem.

Von Salome Guida 1 Min. zum Lesen

Farbe und Wärme fürs Quartier

Im Tscharni bastelten im November unter Aufsicht des Kulturvereins «westwind6» um die…

Von Marc de Roche 1 Min. zum Lesen

«Sind Schmutzli und du verheiratet?»

Zugegeben, so ganz zufällig haben wir den Samichlous innerhalb unserer Serie doch…

Von Thomas Bornhauser 5 Min. zum Lesen

Gebastelte Burger schaffen ein «Wir-Gefühl»

Im Quartalsprojekt «Kunst-Küche» des Kunstateliers Kidswest drehte sich in den letzten Wochen…

Von Thomas Bornhauser 3 Min. zum Lesen

D Tür vom Wichteli

Der Hefeteig isch viil z füecht usecho u nid ufggange. Het chläbt…

Von Ursula Pinheiro-Weber 4 Min. zum Lesen