Der Sportclub Bümpliz 78 hat in den Herbstferien Kinder im Alter von fünf bis dreizehn Jahren zu einem Fussball-Camp eingeladen.
Ein beliebtes Angebot
Und die Kids kamen. 59 fussballbegeisterte Jungs und Mädchen drängten auf die Bodenweid, wo sie in Stärkeklassen eingeteilt wurden und in Gruppen ein altersgerechtes Training begannen, jeden Tag von 10 bis 16 Uhr. Es waren nicht nur Kinder von Vereinsangehörigen dabei: Wer bereits in einem anderen Club spielte oder sonst einfach etwas fussballerisch interessiert ist, kann ebenso teilnehmen.
«Der Ball ist euer Freund»
Die fast 20 engagierten und qualifizierten Trainer und freiwilligen Helfer vom Club waren eine Woche lang jeden Tag ehrenamtlich tätig. Einige gaben Ferientage für dieses Camp her. Sie vermittelten erst einmal den Spass am Fussball und ermöglichten den Kids, durch gezielte Trainings messbare individuelle Fortschritte zu erzielen. Es war eine professionelle Ergänzung zum Trainingsbetrieb in den Fussballvereinen, das Ganze in einer unvergesslichen Woche unter Gleichaltrigen. Motto: «Der Ball ist euer Freund. Wer später einmal vor vollen Stadien spielen will, muss den Ball beherrschen.»
«Wir haben trainiert wie die Profis», sagte ein Neunjähriger. Die Kleinsten werden spielerisch an den Umgang mit dem störrischen Ball herangeführt wurden. Da gibt es noch keine Fouls oder Offside-Regeln. Bei Regen konnten sie in der Halle trainieren.
Die Organisatoren des SC Bümpliz 78, Natascha Zingg, Dany Blank, Sharon und Martin Krattinger, hörten von den Eltern viel Lob: «Da hat alles bestens funktioniert. Das Essen war sportlich und gesund. Und am Abend konnten wir uns noch lange die Erfolgsmeldungen der Söhne und Töchter anhören, bis sie so richtig müde einschliefen!»
Schickt man die Kinder nicht in ein derartiges Camp, damit die Eltern eine ruhige Woche erleben können? «Nein, überhaupt nicht», war die Antwort aller befragten Väter und Mütter. Der Wunsch, am Camp teilzunehmen, kam eh durchwegs von den Kindern, die auf dem Fussballplatz oder in der Schule davon gehört hatten. Sie mussten nur noch die Eltern überreden. Nicht umgekehrt. Viele Eltern besuchten das Camp. Da fanden angeregte Gespräche statt, nicht nur unter Vätern, die bereits viele hundert Meisterschafts- und Cupspiele besucht hatten.
Beliebter Fussballsport
Gemeinsam gut essen am Mittag in der Bodenweid-Buvette, das genossen die Teilnehmenden. Was unternahmen die Kinder dann nach dem Essen? Die meisten griffen sofort nach dem nächsten Ball und machten mit den Kumpels ein kleines «Mätschli». Fussball ist ansteckend. Doch warum spielen Kinder so gerne Fussball? Fussball ist ein einfaches Ventil für den natürlichen Drang von Kindern, sich auszutoben, zu rennen und ihre Energie loszuwerden. Man braucht für einen Kick im Grunde nur einen Ball und ein paar Steine oder Pullover als Tore. Die Grundregeln sind leicht zu verstehen, sodass alle schnell mitmachen können. Auf dem Platz erleben Kinder echte Kameradschaft. Sie gewinnen zusammen, trösten sich nach einer Niederlage und lernen, sich aufeinander zu verlassen, miteinander zu reden und Kompromisse einzugehen. Ein erfolgreiches Dribbeln, ein toller Pass oder ein geschossenes Tor geben Kindern sofortiges Feedback und stärken ihr Selbstbewusstsein. Im Fernsehen ist Fussball allgegenwärtig. Kinder wollen nachahmen, was sie bei den Grossen sehen.
… und dann kam Marco Wölfli
Der ehemalige, 44-jährige YB-Torhüter (Meister 2017/18) ist – oh Schreck – den Kindern unbekannt. Also zeigte man ihnen vor seinem Besuch erst Videos von Wölfli, in denen die damalige Nummer 1 fast alle Bälle noch vor der Torlinie abfing. Jetzt waren die jungen Nachwuchs-Goalies begeistert und übten begierig, mit ihren grossen Handschuhen Torschüsse zu vereiteln.
Noch begieriger waren die Kids aber auf Wölfli-Autogramme. Marco unterschrieb für die 59 Kinder gefühlte 200 T-Shirts, Halstücher, Stulpen, Bälle und Jacken. Das Highlight der Trainingswoche.
Stolz konnten die Kinder am Schluss eine Trainingstasche mit je zwei Shirts, einer kurzen Hose und Stulpen sowie eine Regenjacke und einen richtigen Matchball nach Hause nehmen.