Die Entwicklung, die der FC Prish-tina seit seiner Gründung durchgemacht hat, ist beeindruckend. Nach dem Aufstieg in die 2. Liga regional schaffte die 1. Mannschaft nur ein Jahr später die Promotion in die 2. Liga interregional und vor zwei Jahren in die 1. Liga classic, wo sich das Team hervorragend hält und ein seriöser Anwärter auf einen Platz in den Aufstiegsspielen ist.
Im Cup gegen YB?
Für diese qualifizieren sich aus den drei 1.-Liga-classic-Gruppen je die beiden Erstklassierten sowie die beiden punktbesten Dritten. Die Ausgangslage ist ausgezeichnet. Derzeit belegen die Mannen von der Bodenweid Platz 2, nur einen Punkt hinter USI (Unione Sportiva Italiana) Azzurri. Von den elf Begegnungen ging bisher nur eine verloren, zweimal resultierte ein Unentschieden und acht Mal verliess Prishtina das Feld als Sieger, so auch zuletzt in der Qualifikation für den Schweizer Cup 2027/28, als der gleichklassige FC Coffrane gleich mit 5:0 geschlagen wurde, und in der Meisterschaft beim 4:0-Erfolg auswärts gegen den FC Echallens. Die letzte Hürde, um im kommenden Jahr im Cup einen Grossen zugelost zu bekommen – warum nicht YB? –, ist machbar, denn in der letzten Qualifikationsrunde wartet der gleichklassige FC Naters, den Prishtina kürzlich in der Meisterschaft 4:0 bezwang.
Fokus auf der Meisterschaft
«Selbstverständlich wäre es schön, könnten wir im Cup für Furore sorgen. Unser Fokus liegt jedoch klar auf der Meisterschaft, wo wir den Aufstieg anstreben», sagt Erfolgstrainer Adan Rebronja, der im Schweizer Cup als Spielertrainer von Bosporus auch schon dem FC Basel 1893 gegenüberstand. «Das eine tun, das andere nicht lassen», sagt man sich bei Prishtina; ein Cuperfolg als Beilage zum Aufstieg wäre so etwas wie «la ciliegina sulla panna» (die Kirsche auf der Nidle).
In der Meisterschaft ist das Team mit einer bemerkenswerten Konstanz unterwegs. Rebronja, ehemaliger U21-Nationalspieler von Montenegro, der mit seiner Mannschaft viermal wöchentlich trainiert, ist guten Mutes, dass die hockgesteckten Ziele erreicht werden können. «Die Spieler sind jung, ambitioniert, athletisch stark und lieben den Offensiv-Fussball, den ich als ehemaliger Stürmer pflege.» Wie seine Spieler fühlt sich Rebronja mit seiner bunt gemischten Mannschaft im Verein heimisch. Die Mehrzahl der Akteure ist mit einem Schweizer Pass unterwegs, viele sind Doppelbürger; im Weiteren gibt es Spieler mit Wurzeln in Italien, Spanien, Kosovo, Portugal, Frankreich, Nordmazedonien und
Kroatien, doch kommuniziert wird auf «Bärndütsch».
«Wir sind eine grosse Familie, der Vorstand unterstützt uns hervorragend und die Heimspiele sind immer ein Fest. Neben dem Platz wird von freiwilligen Helfern gegrillt, die Party geht nach dem Spiel weiter – die Stimmung ist grossartig», so der Trainer, der gegenwärtig den Lehrgang zum UEFA-A-Diplom absolviert und bereits auf der Liste der Teilnehmer am Lehrgang 2028 für die UEFA-Pro-Lizenz ist – es ist die höchste, welche ein Trainer erwerben kann.
Bewährtes Halbprofitum
Da der Aufwand immer grösser wird, hat Rebronja seine Stelle im Versicherungswesen gekündigt und kümmert sich nun hauptamtlich um das Wohl seiner Gruppe. Auch die Mehrzahl der Spieler hat ihr Arbeitspensum reduziert. Dank der Unterstützung durch die 44 Sponsoren und über 850 Mitglieder kann sich der Verein, der mehr als 300 Spieler beschäftigt, den Aufwand leisten.
Prishtina bestreitet vor der Winterpause noch drei Partien auswärts gegen USI Azzurri und Lausanne-Sport U21; am Samstag, 21. November, 19 Uhr, bietet sich die Gelegenheit, auf der Bodenweid das letzte Heimspiel des Jahres gegen den Lancy FC live zu verfolgen. Die Partie gegen den FC Meyrin fand am Samstag nach Redaktionsschluss statt