Bümplizer an Muay-Thai-Event

Kurt Heilinger
Tim Schlapbach bei einem High Kick gegen Manuel Rifa aus Biel.

Foto: zvg

Einfach erklärt
«Thaiboxen» wird immer beliebter. Erstmals gab es ausserhalb von Thailand einen Muay-Thai-Event – in Bern. Mit Muay-Thaj-Boxen wird der Sport auch bei Frauen immer beliebter. In diesem Boxsport  geht es nicht darum, die Gegnerinnen oder Gegner zu verletzen.
16. September, Bern-Wankdorf: Ein Hauch von Thailand weht durch die ausverkaufte Halle. Es riecht nach Tigerbalsam, Perskindol und Thai-Food, laute Musik ertönt: Erstmals wird in Europa ein Muay-Thai-Event nach den Regeln und Standards des legendären Rajadamnern-Stadions in Bangkok organisiert.

Über einen riesigen Monitor flimmern Videos mit Aufnahmen von traumhaften asiatischen Landschaften – ab und zu unterbrochen von martialischen Kampf-sportszenen. Aus Thailand angereiste Punktrichter, Promotoren und Veranstalter prüfen mit kritischem Blick, ob Bern als Austragungsort für künftige «Road to RWS»-Events geeignet ist.

Verletzung ist nie das Ziel

Initiiert wurde der Event vom amtierenden Muay-Thai-Superweltgewichtsmeister Daniel Rodriguez und seinem Coach Leonardo Dado Irmici. Lokalmatador in der Sporthalle Bern ist der gebürtige Bümplizer Tim Schlapbach, der seit einem Jahr in Bangkok lebt und im historischen Rajadamnern-Stadion schon fünf Kämpfe bestritten hat.

Nach seinem Kampf erklärte Schlapbach in der Garderobe, wie er das Duell gegen den Bieler Manuel Rifa erfolgreich gestalten konnte: «Ich habe mit meinem Team aus dem ‹Wing Thai Gym Bern› und der ‹Superbon Muay Thai Academy› in Bangkok eine Strategie ausgearbeitet, die gut funktioniert hat. Am Anfang fand ich schneller als erwartet in den Kampf, habe danach jedoch zu sehr Druck gemacht und Rifa hat mich ein paar Mal erwischt. Deshalb arbeitete ich in der zweiten Runde strategischer, um in der letzten Runde wieder Druck aufzubauen. Ich bin froh, dass ich heil geblieben bin, und Rifa auch.» Wie er betont, geht es beim Muay-Thai-Boxen nie darum, den Gegner ernsthaft zu verletzen.

Muay Thai bei Frauen populär
Die ersten Kämpfe am Nachmittag zeigen, weshalb Muay-Thai-Boxen in letzter Zeit als olympisch anerkannte Sportart enorm an Popularität gewonnen hat. Schläge werden sowohl mit Fäusten als auch mit Ellbogen, Füssen und Knien gegen den Körper des Gegners geführt. Punktrichter bewerten die sogenannten Wirkungstreffer, die oft auch ihre Spuren hinterlassen. Blutende Nasen, Wangen und Stirnen sowie Schrammen an Beinen und Armen sind keine Seltenheit. Umso erstaunlicher, dass die Extremsportart seit 2022 auch bei jungen Frauen immer beliebter wird – beispielsweise bei der 18-jährigen Freiburgerin Audrey Stroubhard, die am Nachmittag gegen Zahra Markwalder kämpfte. In der Garderobe erklärte sie nach dem Kampf die Gründe für ihre knappe Niederlage: «Es war ein sehr enger Kampf. Meine Gegnerin war grösser und schwerer als ich. Ich habe im falschen Moment einen Fehler gemacht, als ich meine Deckung entblösste und einen Schlag einstecken musste.»

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